Palme
Arecaceae (verschiedene Gattungen)
Steckbrief
| Botanischer Name | Arecaceae (verschiedene Gattungen) |
| Familie | Palmengewächse (Arecaceae) |
| Herkunft | Tropen und Subtropen weltweit |
| Wuchshöhe | 50-300 cm |
| Wuchsform | Aufrecht |
| Lebensdauer | Mehrjährig |
| Winterhärte | nicht winterhart |
| Giftigkeit | Ungiftig |
| Blütezeit | selten in Innenräumen (weiß) |
| Ideale Temperatur | 18-26 °C |
| Mindesttemperatur | 10 °C |
| Vermehrung | Samen, Ableger |
Beschreibung & Herkunft
Palmen gehören zur Familie der Arecaceae mit über 2.600 Arten – eine der artenreichsten Pflanzenfamilien überhaupt. Als Zimmerpflanzen kommen meist Arten aus tropischen Regenwäldern zum Einsatz, die von Natur aus im Unterholz wachsen und deshalb mit gedämpfterem Licht zurechtkommen. Typisch für Palmen ist der unverzweigte, oft schlanke Stamm, der an der Spitze einen Schopf aus gefiederten oder fächerförmigen Blättern trägt. Im Zimmer wachsen sie langsam, können aber über Jahre beeindruckende Höhen erreichen. Die meisten Zimmerpalmen stammen aus Mittelamerika, dem tropischen Afrika oder Südostasien.
Standort & Boden
Zimmerpalmen brauchen viel indirektes Licht – ein heller Platz nahe einem großen Fenster ist ideal. Direkte Mittagssonne durch Fensterglas kann die Blätter verbrennen, besonders bei der empfindlichen Zimmerpalme (Chamaedorea elegans). Die Areca-Palme verträgt mehr Sonne, die Kentia-Palme kommt mit deutlich weniger Helligkeit aus. Wichtig: Zugluft und Temperaturen unter 10 °C unbedingt meiden.
Das Substrat sollte durchlässig sein – handelsübliche Palmenerde oder ein Gemisch aus Universalerde und 20–30 % Perlite oder grobem Sand funktioniert gut. Ein Topf mit Abzugsloch ist Pflicht, da Staunässe die Wurzeln schnell schädigt.
Vermehrung & Umtopfen
Die meisten Zimmerpalmen werden über Samen vermehrt – ein langer Prozess, der bei 25–28 °C Keimtemperatur mehrere Monate dauern kann. Praxisnäher ist es, Ableger zu nutzen, die manche Arten wie die Areca-Palme am Wurzelstock bilden. Diese lassen sich beim Umtopfen vorsichtig abtrennen und separat einpflanzen.
Umtopfen ist alle 2–3 Jahre sinnvoll, am besten im Frühjahr. Palmen mögen es leicht wurzeleng – wähle den neuen Topf nur 2–3 cm größer als den alten. Beim Umtopfen die Wurzeln möglichst wenig beschädigen, da Palmen keine Pfahlwurzel regenerieren können. Frisch umgetopfte Pflanzen für 2–3 Wochen nicht düngen.
Pflege
Gießen: Im Sommer wöchentlich gießen, im Winter deutlich reduzieren. Kalkreiches Leitungswasser lässt braune Blattspitzen entstehen – besser Regenwasser oder über Nacht abgestandenes Leitungswasser verwenden. Das Wasser sollte zimmerwarm sein, kaltes Wasser stresst die Wurzeln.
Düngen: Von April bis September alle 2–3 Wochen mit Palmendünger oder einem stickstoffbetonten Flüssigdünger düngen. Im Winter pausieren. Überdüngung zeigt sich durch braune Blattränder – lieber etwas weniger als zu viel.
Blattpflege: Blätter regelmäßig mit einem feuchten Tuch abwischen, das verbessert die Photosynthese und beugt Spinnmilbenbefall vor. Braune Blattspitzen können mit einer scharfen Schere abgeschnitten werden – dabei die natürliche Blattform nachschneiden, nicht gerade abkappen.
Luftfeuchtigkeit: Zimmerpalmen bevorzugen Luftfeuchtigkeit über 50 %. Im Winter, wenn die Heizung läuft, hilft regelmäßiges Besprühen oder ein Luftbefeuchter in der Nähe.
Krankheiten & Schädlinge
Spinnmilben sind der häufigste Feind von Zimmerpalmen, besonders bei trockener Heizungsluft. Erkennbar an feinen Gespinsten auf der Blattunterseite und hellen Punkten auf den Blättern. Gegenmassnahme: Pflanze abduschen, Luftfeuchtigkeit erhöhen, bei starkem Befall mit Neemöl behandeln.
Schildläuse sitzen als braune Schilde fest an Stämmen und Blattachseln. Einzelne Tiere mit einem in Alkohol getränkten Wattestäbchen entfernen, bei stärkerem Befall systemische Mittel einsetzen.
Wurzelfäule entsteht durch Staunässe und zeigt sich durch gelbe, schlaffe Blätter trotz ausreichender Bewässerung. Topf kontrollieren, geschädigte Wurzeln entfernen, in frisches Substrat pflanzen und für einige Wochen sparsam gießen.
Beliebte Sorten
Areca-Palme (Dypsis lutescens): Wächst buschig mit mehreren Trieben, bis 2 m hoch im Zimmer. Braucht viel Licht, gilt als guter Luftbefeuchter. Häufig im Handel.
Kentia-Palme (Howea forsteriana): Die robusteste Wahl für dunkle Ecken. Wächst sehr langsam, wird dafür sehr alt und bleibt lange gepflegt aus.
Zimmerpalme (Chamaedorea elegans): Kompakt, bis 1,20 m, ideal für kleinere Räume. Verträgt wenig Licht und ist günstig im Handel erhältlich.
Zwergpalme (Chamaerops humilis): Fächerförmige Blätter, mediteranes Flair. Verträgt als eine der wenigen Arten auch kühlere Temperaturen bis 5 °C.
Yucca-Palme (Yucca elephantipes): Botanisch keine echte Palme, aber ähnlicher Habitus. Sehr trockenheitsverträglich, ideal für helle, trockene Räume.
Häufige Probleme & Tipps
Der häufigste Fehler bei Zimmerpalmen ist zu viel Wasser in Kombination mit einem Topf ohne ausreichende Drainage. Viele Palmen gehen nicht ein, weil sie zu trocken stehen, sondern weil die Wurzeln in stehendem Wasser faulen.
Ein weiterer klassischer Fehler: Den Topf zu oft und zu groß wechseln. Palmen wachsen langsam und mögen es leicht beengt – ein zu großer Topf hält Feuchtigkeit zu lange, was Wurzelfäule begünstigt.
Praktischer Tipp: Stelle die Palme im Sommer wenn möglich ins Freie, in den Halbschatten. Die erhöhte Luftfeuchtigkeit, natürliches Licht und Regenwasser tun ihr sichtlich gut. Vor dem ersten Frost wieder rein – und dabei auf eingeschleppte Schädlinge kontrollieren.

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Häufig gestellte Fragen
Quellen
Michael Törner
Gartenexperte und Hobbygärtner
Ich bin Michael — Gründer von Mein Gartenwissen. Hier teile ich fundiertes Wissen rund um Gemüseanbau, Pflanzenpflege, Gartengestaltung und alles, was im Garten wächst und gedeiht — immer praxisnah und verständlich aufbereitet.
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