Efeutute
Epipremnum aureum
Das Wichtigste in Kürze
- Standort: Hell ohne direkte Mittagssonne, etwa 1-2 m von einem Ost- oder Westfenster entfernt, bei 18-24 °C.
- Gießen: Erst gießen, wenn die oberen 2-3 cm Erde trocken sind, zu häufiges Gießen ist der typische Anfängerfehler.
- Düngen: Von März bis September alle 2-3 Wochen Grünpflanzendünger in halber Dosierung, von Oktober bis Februar pausieren.
- Umtopfen: Alle 2-3 Jahre im Frühjahr in einen Topf, der nur 2-4 cm größer ist als der alte.
- Giftigkeit: Alle Pflanzenteile enthalten Calciumoxalat und sind giftig für Katzen, Hunde, Nager und Kleinkinder.
Steckbrief
| Botanischer Name | Epipremnum aureum |
| Familie | Aronstabgewächse (Araceae) |
| Herkunft | Französisch-Polynesien (Insel Moorea) |
| Wuchshöhe | 100-300 cm |
| Wuchsform | Kletternd |
| Lebensdauer | Mehrjährig |
| Winterhärte | nicht winterhart |
| Giftigkeit | Giftig ⚠️ Alle Pflanzenteile enthalten Calciumoxalat-Kristalle und reizen Mund, Rachen und Magen. Giftig für Katzen, Hunde, Nager und Kleinkinder. |
| Ideale Temperatur | 18-24 °C |
| Mindesttemperatur | 15 °C |
| Vermehrung | Stecklinge, Absenker |
Pflegekalender
| Arbeit | JJan | FFeb | MMär | AApr | MMai | JJun | JJul | AAug | SSep | OOkt | NNov | DDez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Düngen: März bis September |
Beschreibung & Herkunft
Die Efeutute (Epipremnum aureum) ist eine immergrüne Kletterpflanze aus der Familie der Aronstabgewächse und gehört zu den robustesten Zimmerpflanzen überhaupt. Ursprünglich stammt sie von der Insel Moorea in Französisch-Polynesien, ist heute aber in fast allen Tropenregionen verwildert. Im Handel findest du sie auch unter den alten Namen Scindapsus aureus oder Pothos. Botanisch sind diese Bezeichnungen überholt.
Erkennbar ist die Efeutute an ihren herzförmigen, ledrig glänzenden Blättern mit 10-15 cm Länge, die je nach Sorte gelb, weiß oder silbrig gemustert sind. An jedem Blattknoten sitzt eine braune Luftwurzel, mit der sie sich an Stämmen festhält. In freier Natur klettert sie bis zu 20 m hoch und bildet dann bis zu 90 cm große, geschlitzte Blätter. Mit dem heimischen Efeu ist sie trotz des Namens nicht verwandt, wohl aber mit der Monstera. In Kultur blüht sie praktisch nie: Forscher führen das auf einen Gendefekt in der Bildung des Blühhormons Gibberellin zurück.
Standort & Boden
Die Efeutute wächst am besten an einem hellen Platz ohne direkte Mittagssonne, etwa 1-2 m von einem Ost- oder Westfenster entfernt. Sie verträgt auch halbschattige Ecken, wächst dort aber langsamer und mit größeren Abständen zwischen den Blättern.
| Standort | Eignung | Hinweis |
|---|---|---|
| Ost-/Westfenster | sehr gut | optimales Licht für panaschierte Sorten |
| Südfenster | bedingt | 1-2 m Abstand oder Gardine, sonst Blattverbrennungen |
| Nordfenster | gut | ideal für grüne Sorten wie ‘Neon’ |
| Raummitte / Flur | bedingt | nur für Wildform, lange kahle Triebe |
| Helles Badezimmer | sehr gut | hohe Luftfeuchtigkeit fördert Luftwurzeln |
Die Temperatur sollte ganzjährig zwischen 18 und 24 °C liegen, unter 15 °C stellt die Pflanze das Wachstum ein. Kalte Zugluft von gekippten Fenstern im Winter und die trockene Luft direkt über Heizkörpern verursachen braune Blattränder.
Als Substrat eignet sich lockere, humose Grünpflanzenerde mit einem pH-Wert von 6-6,5. Mische 20-30 % Perlite oder Orchideenrinde unter, damit das Wasser gut abläuft. Ein häufiger Fehler ist reine Blumenerde ohne Drainage im Übertopf: Sie verdichtet und fördert Wurzelfäule. Die Efeutute gedeiht übrigens auch hervorragend in Hydrokultur.
Vermehrung & Umtopfen
Die Efeutute vermehrst du am einfachsten über Stecklinge, die zwischen April und August nahezu immer anwachsen. Entscheidend ist, dass jedes Stück mindestens einen Blattknoten mit Luftwurzelansatz besitzt: Ein Blatt ohne Knoten bildet keine neuen Triebe.
- Schneide einen 10-15 cm langen Triebabschnitt mit 2-3 Blättern direkt unterhalb eines Knotens ab.
- Entferne das unterste Blatt, damit der Knoten frei liegt.
- Stelle den Steckling in ein Glas mit zimmerwarmem Wasser, der Knoten muss untertauchen.
- Wechsle das Wasser alle 5-7 Tage, bei 20-25 °C bilden sich nach 2-4 Wochen Wurzeln.
- Sobald die Wurzeln 3-5 cm lang sind, setzt du 3-5 Stecklinge gemeinsam in einen Topf: So wird die Pflanze schnell buschig.
Alternativ legst du einen Trieb als Absenker auf einen daneben stehenden Topf mit Erde und fixierst den Knoten mit einer Drahtklammer. Nach etwa vier Wochen kannst du ihn von der Mutterpflanze abtrennen.
Umtopfen ist alle 2-3 Jahre im Frühjahr fällig, spätestens wenn Wurzeln aus dem Abzugsloch wachsen. Wähle einen Topf, der nur 2-4 cm größer ist als der alte. Zu große Gefäße halten zu viel Feuchtigkeit und begünstigen Fäulnis.
Pflege
Die Efeutute braucht wenig Pflege: mäßig gießen, von Frühjahr bis Herbst schwach düngen und bei Bedarf einkürzen. Die meisten Probleme entstehen durch zu viel Zuwendung, nicht durch zu wenig.
Efeutute gießen: Gieße erst, wenn die oberen 2-3 cm der Erde trocken sind. Im Sommer bedeutet das etwa einmal wöchentlich, im Winter alle 10-14 Tage. Überschüssiges Wasser gießt du nach 15 Minuten aus dem Übertopf. Hängende, weiche Blätter zeigen zuverlässig Durst an und erholen sich nach dem Gießen innerhalb weniger Stunden. Kalkarmes, zimmerwarmes Wasser ist ideal, normales Leitungswasser wird aber toleriert.
Efeutute düngen: Von März bis September gibst du alle 2-3 Wochen einen flüssigen Grünpflanzendünger in halber Dosierung ins Gießwasser. Von Oktober bis Februar pausierst du. Panaschierte Sorten reagieren auf Überdüngung mit vergrünten Blättern.
Efeutute schneiden: Lange, kahle Ranken kannst du jederzeit einkürzen, am besten im Frühjahr. Schneide direkt über einem Blattknoten: Dort treibt die Pflanze neu aus. Die abgeschnittenen Stücke nutzt du gleich als Stecklinge.
Klettern oder hängen: Als Ampelpflanze bleiben die Blätter klein. Leitest du die Triebe an einem Moosstab nach oben und besprühst ihn regelmäßig, krallen sich die Luftwurzeln fest und die Blätter werden spürbar größer, teils doppelt so groß wie an hängenden Trieben.
Wische die Blätter alle 4-6 Wochen mit einem feuchten Tuch ab, Staub reduziert die Photosyntheseleistung deutlich.
Die Efeutute enthält in allen Pflanzenteilen nadelförmige Calciumoxalat-Kristalle. Beim Kauen verursachen sie Schwellungen im Mund, Speichelfluss und Erbrechen. Bei Verdacht auf Vergiftung kontaktiere einen Tierarzt oder ein Giftinformationszentrum.
Krankheiten & Schädlinge
Die Efeutute ist wenig anfällig: Die häufigste Ursache für Probleme ist Wurzelfäule durch Staunässe. Schädlinge treten vor allem im Winter bei trockener Heizungsluft auf.
- Wurzelfäule: Gelbe, später braune Blätter, matschige Stängelbasis, muffiger Geruch. Topfe die Pflanze aus, entferne alle faulen Wurzeln, setze sie in frisches Substrat und gieße sparsamer. Stark geschädigte Pflanzen rettest du über gesunde Kopfstecklinge.
- Spinnmilben: Feine Gespinste an Blattachseln, silbrig gesprenkelte Blätter. Dusche die Pflanze gründlich ab und erhöhe die Luftfeuchtigkeit. Biologisch helfen Raubmilben (Phytoseiulus persimilis), bei starkem Befall Präparate auf Rapsöl- oder Kaliseifenbasis.
- Woll- und Schmierläuse: Weiße, watteartige Belege in den Blattachseln. Tupfe sie mit einem in Spiritus getauchten Wattestäbchen ab oder sprühe eine Lösung aus 1 Liter Wasser, 15 ml Schmierseife und 15 ml Spiritus. Behandlung im Abstand von 7 Tagen wiederholen.
- Trauermücken: Kleine schwarze Fliegen über der Erde, Larven im Substrat. Gelbtafeln fangen die erwachsenen Tiere, gegen Larven wirkt Bacillus thuringiensis israelensis oder eine Schicht Quarzsand auf der Erdoberfläche.
Beste Vorbeugung: nicht zu nass halten, regelmäßig die Blattunterseiten kontrollieren und neue Pflanzen zwei Wochen separat stellen.
Beliebte Sorten
Für Anfänger sind die Wildform ‘Golden Pothos’ und die rein grüne ‘Neon’ am besten geeignet, weil sie auch mit wenig Licht zurechtkommen. Stark weiß panaschierte Sorten brauchen mehr Helligkeit und wachsen langsamer, da ihnen Blattgrün fehlt.
| Sorte | Besonderheit | Empfehlung für |
|---|---|---|
| ’Golden Pothos’ | grün mit gelben Streifen, sehr wüchsig | Anfänger, dunklere Räume |
| ’Neon’ | leuchtend limettengrün, ohne Muster | Nordfenster, moderne Einrichtung |
| ’Marble Queen’ | cremeweiß marmoriert, langsamer | helle Standorte |
| ’N’Joy’ | kleine Blätter mit klar abgegrenzten weißen Flecken | Regale, kleine Töpfe |
| ’Pearls and Jade’ | kompakt, grau-grüne Sprenkel am Rand | Sammler |
| ’Manjula’ | breite, gewellte Blätter in Creme, Grün und Silber | helle Standorte, Blickfang |
Wer eine ähnlich pflegeleichte Hängepflanze sucht, kann die Efeutute gut mit der Grünlilie kombinieren.
Häufige Probleme & Tipps
Der typische Anfängerfehler bei der Efeutute ist zu häufiges Gießen: Sie verzeiht Trockenheit weit besser als nasse Füße.
- Gelbe Blätter: Meist Staunässe. Einzelne alte Blätter am Triebansatz vergilben dagegen natürlich.
- Braune Blattspitzen: Trockene Heizungsluft oder unregelmäßiges Gießen. Luftfeuchtigkeit über 50 % hilft.
- Verlust der Musterung: Zu wenig Licht. Stelle die Pflanze heller, neue Blätter werden wieder gemustert.
- Kahle, lange Triebe: Lichtmangel oder fehlender Rückschnitt. Einkürzen und Stecklinge zurück in den Topf setzen.
Für eine dichte Pflanze steckst du jedes Frühjahr 3-4 bewurzelte Stecklinge zusätzlich in den Topf. So bleibt die Efeutute am Topfrand buschig, statt nur lange Ranken zu bilden.
Saisonal: Im Frühjahr umtopfen, schneiden und vermehren. Im Sommer ist ein halbschattiger Platz auf dem Balkon ab etwa 15 °C Nachttemperatur möglich. Direkte Sonne vermeiden. Ab Oktober Düngen einstellen, Gießen reduzieren und die Pflanze vom Heizkörper wegrücken. Wer noch weitere Grünpflanzen für wenig Licht sucht, findet mit Bogenhanf einen ebenso genügsamen Partner.

Ratgeber zu Efeutute
Häufig gestellte Fragen
Quellen
Michael Törner
Gartenexperte und Hobbygärtner
Ich bin Michael — Gründer von Mein Gartenwissen. Hier teile ich fundiertes Wissen rund um Gemüseanbau, Pflanzenpflege, Gartengestaltung und alles, was im Garten wächst und gedeiht — immer praxisnah und verständlich aufbereitet.
Mehr über michDieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell überprüft. Enthaltene Bilder wurden mittels KI generiert. Mehr erfahren