🪴 Zimmerpflanzen

Zimmerkalla

Zantedeschia aethiopica

(aktualisiert: ) 6 Min. Lesezeit
Zimmerkalla mit weißen Blütentrichtern und glänzenden pfeilförmigen Blättern im Topf am hellen Fenster
KI-generiert

Das Wichtigste in Kürze

  • Standort: hell bis halbschattig bei 15-22 °C, ohne direkte Mittagssonne
  • Gießen: Substrat während der Wachstumszeit dauerhaft leicht feucht halten
  • Ruhephase: nach der Blüte ab Juni trocken halten, sonst keine Blüte im Folgejahr
  • Häufigster Fehler: durchgehendes Gießen ohne Sommerruhe, die Pflanze blüht nicht mehr

Steckbrief

☀️
Licht
Halbschattig
💧
Wasser
Hoch
🌱
Nährstoffe
Mittel
🧑‍🌾
Pflege
Mittel
Botanischer Name Zantedeschia aethiopica
Familie Aronstabgewächse (Araceae)
Herkunft Südafrika
Wuchshöhe 60-120 cm
Wuchsform Aufrecht
Lebensdauer Mehrjährig
Winterhärte 9
Giftigkeit Giftig ⚠️ Alle Pflanzenteile giftig, besonders die Knolle. Bei Kindern und Haustieren unzugänglich aufstellen.
Blütezeit März, April, Mai (weiß)
Ideale Temperatur 15-22 °C
Mindesttemperatur 8 °C
Vermehrung Teilung, Samen

Pflegekalender

Pflegekalender Zimmerkalla: Welche Arbeiten in welchem Monat anstehen
ArbeitJFMAMJJASOND
Umtopfen: Februar bis März
Blüte: März bis Mai
Düngen: Februar bis Juni

Beschreibung & Herkunft

Die Zimmerkalla (Zantedeschia aethiopica) ist eine mehrjährige Knollenpflanze aus der Familie der Aronstabgewächse. Ihre Heimat liegt in Südafrika, wo sie an Flussufern und in sumpfigen Senken wächst. Im 17. Jahrhundert kam sie als Zierpflanze nach Europa und ist seitdem eine beliebte Topfpflanze.

Das auffälligste Merkmal ist die vermeintliche Blüte: Der große weiße Trichter ist eigentlich ein Hochblatt (Spatha), in dessen Mitte der gelbe Blütenkolben mit den winzigen Einzelblüten steckt. Die glänzenden, pfeilförmigen Blätter wachsen an langen Stielen und erreichen zusammen mit den Blütenstielen 60-120 cm Höhe. Der Name Kalla leitet sich vom griechischen “kallos” für Schönheit ab.

⚠️
Achtung

Alle Pflanzenteile der Zimmerkalla sind giftig, besonders die Knolle. Bei Hautkontakt Handschuhe tragen und die Pflanze vor Kindern und Haustieren schützen.

Standort & Boden

Die Zimmerkalla gedeiht am besten an einem hellen bis halbschattigen Platz bei 15-22 °C. Direkte Mittagssonne hinter der Fensterscheibe verträgt sie nicht, die Blätter bekommen schnell Sonnenbrandflecken. Ein Ost- oder Westfenster ist ideal, am Südfenster braucht sie einen Schattenschutz zur Mittagszeit.

Am Boden stellt sie keine hohen Ansprüche, er sollte aber nährstoffreich und feucht sein:

  • Normale Blumenerde mit etwas Lehmanteil oder Laubkompost
  • pH-Wert 6-7
  • Staunässe verträgt sie deutlich besser als die meisten Zimmerpflanzen, dauerhafte Nässe aber nur in der Wachstumszeit
  • Ein Untersetzer mit Wasser ist während der Blütezeit sogar von Vorteil

Der typische Standortfehler ist ein zu warmer, zu dunkler Platz. Dann bildet die Kalla viele weiche Blätter, aber keine oder nur wenige Blüten. Während der Ruhephase im Sommer darf es deutlich kühler sein, 8-12 °C sind optimal.

Vermehrung & Umtopfen

Am einfachsten vermehrst du die Zimmerkalla durch Teilung der Knolle beim Umtopfen im Frühjahr. So gehst du vor:

  1. Knolle Ende Februar bis März aus dem alten Topf nehmen und Erde abstreifen
  2. Mit einem sauberen Messer in Stücke schneiden, jedes Stück braucht mindestens einen Austriebspunkt (Auge)
  3. Schnittflächen mit Holzkohlepulver desinfizieren und einige Stunden antrocknen lassen
  4. Stücke einzeln in Töpfe von 15-20 cm Durchmesser setzen, Knollenoberkante etwa 5 cm tief
  5. Anfeuchten, hell bei 15-18 °C aufstellen und nach dem Austrieb normal gießen

Die Vermehrung über Samen ist möglich, dauert aber 3-4 Jahre bis zur ersten Blüte. Umgetopft wird die Zimmerkalla jährlich nach der Ruhephase, spätestens alle 2 Jahre. Da sie kräftige Wurzeln bildet, wähle von Anfang an einen stabilen, tiefen Topf.

Pflege

Das Gießen folgt bei der Zimmerkalla einem klaren Jahresrhythmus. Von Februar bis Juni braucht sie viel Wasser, der Wurzelballen darf nie ganz austrocknen. Bei warmem Wetter musst du oft täglich gießen, ein Wasserfilm im Untersetzer schadet in dieser Phase nicht. Mit dem Vergilben der Blätter nach der Blüte reduzierst du das Gießen Schritt für Schritt und stellst es ab Juni weitgehend ein.

Gedüngt wird von Februar bis Juni alle 2 Wochen mit einem flüssigen Volldünger in halber Dosierung. Im Februar und März ist ein phosphorbetonter Blühpflanzendünger sinnvoll, danach ein ausgewogener Grünpflanzendünger.

ZeitraumPhaseGießenDüngen
Februar-JuniWachstum und Blütereichlich, Substrat feuchtalle 2 Wochen
Juli-OktoberRuhephasekaum, nur gegen völliges Vertrocknennicht
November-JanuarNeuaustriebzunächst sparsam, dann steigernnicht

Geschnitten werden muss die Zimmerkalla nicht. Entferne lediglich verblühte Blütenstiele und vergilbte Blätter möglichst tief an der Basis. Ab Mitte Mai darf die Pflanze nach draußen an einen halbschattigen, geschützten Platz, sie ist aber nur bedingt winterhart und muss vor dem ersten Frost wieder ins Haus.

Krankheiten & Schädlinge

Das häufigste Problem der Zimmerkalla ist Wurzel- und Knollenfäule, fast immer die Folge von dauerhafter Nässe außerhalb der Wachstumszeit oder einem zu dichten Topf. Die Pflanze welkt trotz feuchtem Substrat und die Blattstiele werden an der Basis weich. Betroffene Knollen gründlich auswaschen, alle faulen Stellen großzügig herausschneiden und in frisches, trockenes Substrat umtopfen.

Weitere Probleme und Gegenmaßnahmen:

  • Spinnmilben: Feines Gespinst, Blätter vergilben, vor allem bei trockener Heizungsluft. Blätter regelmäßig abduschen, Luftfeuchtigkeit erhöhen, bei starkem Befall mit Raubmilben bekämpfen.
  • Blattläuse: Besonders an frischen Austrieben im Frühjahr. Mit scharfem Wasserstrahl abspritzen oder mit Schmierseifenlösung (1 EL auf 1 Liter Wasser) behandeln.
  • Grauschimmel (Botrytis): Braune Flecken mit grauem Belag auf Blüten und Blättern bei zu hoher Luftfeuchte ohne Luftbewegung. Befallene Teile sofort entfernen und trockener stellen.

Die beste Vorbeugung ist der richtige Gießrhythmus: feucht in der Wachstumszeit, trocken in der Ruhephase. Wer diese Regel einhält, hat selten mit Fäulnis oder Pilzen zu kämpfen.

Beliebte Sorten

Die klassische Zimmerkalla blüht reinweiß, inzwischen gibt es aber einige Auslesen mit besonderen Eigenschaften:

SorteBesonderheitEmpfehlung für
Crowboroughklassische Weißblüherin, sehr robustAnfänger und Kübel im Garten
Green Goddessweiße Spatha mit grüner Zeichnung, auch als Schnittblumeerfahrene Halter
Herculesgroßwüchsig bis 150 cm, kräftige Blütengroße Kübel, Wintergarten
Little Giantkompakt bei 40-50 cm HöheFensterbank und kleine Töpfe

Für Einsteiger ist Crowborough die beste Wahl. Die Sorte gilt als besonders widerstandsfähig und treibt auch nach kleineren Pflegefehlern zuverlässig wieder aus. Farbige Zantedeschia-Hybriden in Gelb, Rosa oder Rot stammen von anderen Arten ab, brauchen es wärmer und trockener und vertragen die feuchte Kultur der Zimmerkalla nicht.

Häufige Probleme & Tipps

Der häufigste Anfängerfehler ist durchgehendes Gießen ohne Sommerruhe. Ohne die 2-3-monatige Trockenphase von Juli bis September bildet die Kalla keine neuen Blüten und vegetiert dauergrün vor sich hin. Wer jedes Jahr Blüten will, muss die Pflanze nach der Blüte konsequent ruhen lassen.

Vier Praxis-Tipps für eine zuverlässig blühende Zimmerkalla:

  • Nach der Blüte nicht sofort wegwerfen: Gelbe Blätter im Frühsommer sind kein Krankheitszeichen, sondern der normale Übergang in die Ruhephase
  • Im Spätsommer die Knolle in feuchtem Torf oder Sand bei 8-12 °C dunkel lagern, im November wieder einsetzen
  • Beim Austrieb im Winter erst sparsam gießen, erst mit dem Erscheinen der Blätter die Wassermenge steigern
  • Wer den frostgeschützten Keller nutzt, kontrolliert die Knolle monatlich auf Schimmel und Fäulnis

Saisonal wichtig: Im Februar beginnt die Wachstumszeit mit dem ersten kräftigen Gießen, im Mai und Juni erfolgt die Hauptblüte, und spätestens im Juli stellst du das Gießen ein. Dieser Rhythmus entscheidet darüber, ob die Zimmerkalla im nächsten Jahr wieder blüht.

Zimmerkalla: Infografik
KI-generiert

Häufig gestellte Fragen

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Michael Törner

Gartenexperte und Hobbygärtner

Ich bin Michael — Gründer von Mein Gartenwissen. Hier teile ich fundiertes Wissen rund um Gemüseanbau, Pflanzenpflege, Gartengestaltung und alles, was im Garten wächst und gedeiht — immer praxisnah und verständlich aufbereitet.

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