Clematis
Clematis
Das Wichtigste in Kürze
- Standort: Kopf mind. 4-6 Stunden in die Sonne, Fuß im Schatten, humoser Boden mit pH 6-7,5.
- Pflanzung: April-Mai oder September-Oktober, Ballen 5-10 cm tiefer setzen, 30-50 cm Wandabstand.
- Gießen: Im Sommer mindestens einmal pro Woche durchdringend gießen, im Topf bei Hitze täglich.
- Schnitt: Nach Schnittgruppe 1, 2 oder 3, Gruppe 3 im Februar-März auf 20-30 cm kürzen.
- Häufigster Fehler: Falsche Schnittgruppe und zu flache Pflanzung, das begünstigt Blühausfall und Clematiswelke.
Steckbrief
| Botanischer Name | Clematis |
| Familie | Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) |
| Herkunft | Asien, Europa, Nordamerika |
| Wuchshöhe | 150-600 cm |
| Wuchsform | Kletternd |
| Lebensdauer | Mehrjährig |
| Winterhärte | 5 |
| Giftigkeit | Giftig ⚠️ Alle Pflanzenteile enthalten Protoanemonin und sind giftig für Menschen, Katzen, Hunde und Pferde. Der frische Saft kann Hautreizungen auslösen. |
| Blütezeit | Mai, Juni, Juli, August, September (violett, blau, weiß, rosa, rot) |
| Pflanzabstand | 50-100 cm · Wie viele passen ins Beet? |
| Vermehrung | Stecklinge, Absenker, Samen |
Pflegekalender
| Arbeit | JJan | FFeb | MMär | AApr | MMai | JJun | JJul | AAug | SSep | OOkt | NNov | DDez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Pflanzung: April bis Mai und September bis Oktober | ||||||||||||
| Blüte: Mai bis September | ||||||||||||
| Düngen: März bis August | ||||||||||||
| Schnitt: Februar bis März und Juni |
Beschreibung & Herkunft
Clematis, auf Deutsch Waldrebe, ist eine Gattung verholzender Kletterpflanzen aus der Familie der Hahnenfußgewächse mit rund 300 Arten. Im Garten pflanzt du meist großblumige Hybriden, die aus chinesischen und japanischen Wildarten gezüchtet wurden. Dazu kommen robuste Wildarten wie die Bergwaldrebe (Clematis montana) und die Italienische Waldrebe (Clematis viticella). Die heimische Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba) wächst wild an Waldrändern und in Auenwäldern.
Die ersten Gartenhybriden entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts in England und machten die Clematis zur beliebten Kletterpflanze für Zäune, Pergolen und Hauswände.
Erkennen kannst du die Pflanze an den gegenständigen, drei- bis fünfteiligen Blättern. Die Blattstiele winden sich wie Ranken um dünne Stützen. Die 5-20 cm großen Blüten bestehen aus farbigen Kelchblättern, nach der Blüte entstehen silbrige, federartige Fruchtstände.
Clematis ist in allen Teilen giftig. Trage beim Schneiden Handschuhe, der Pflanzensaft kann die Haut reizen.
Standort & Boden
Clematis wächst am besten mit dem Kopf in der Sonne und dem Fuß im Schatten. Die Triebe brauchen mindestens 4-6 Stunden Sonne am Tag für eine reiche Blüte, der Wurzelbereich soll kühl und feucht bleiben. Helle oder zweifarbige Sorten wie ‘Nelly Moser’ verblassen in praller Mittagssonne und stehen besser halbschattig.
Der Boden sollte tiefgründig, humos, frisch und durchlässig sein, ideal ist ein pH-Wert von 6-7,5. Clematis verträgt Kalk gut. Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule. Bei schwerem Lehm hilft eine 10 cm dicke Drainageschicht aus Kies im Pflanzloch.
So beschattest du den Wurzelbereich:
- Bodendecker oder niedrige Stauden davorsetzen
- 5 cm Rindenmulch oder Laubkompost aufbringen
- eine Steinplatte oder ein flacher Topf über den Wurzelbereich legen
Wähle einen windgeschützten Platz, denn die Triebe brechen leicht. An der Hauswand hältst du 30-50 cm Abstand und achtest darauf, dass kein Regenschatten oder Dachtraufwasser die Wurzeln erreicht.
Pflanzung & Vermehrung
Die beste Zeit für die Pflanzung von Clematis ist April bis Mai oder September bis Oktober. Der Wurzelballen kommt 5-10 cm tiefer in die Erde als im Topf. Dadurch bilden sich neue Wurzeln am Trieb, und die Pflanze treibt nach einem Pilzbefall wieder aus den schlafenden Knospen aus.
- Pflanzloch 40 × 40 cm ausheben und den Boden tiefgründig lockern.
- Aushub mit reifem Kompost mischen, bei schwerem Boden Kies einarbeiten.
- Clematis samt Ballen wässern, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
- Pflanze leicht schräg zur Rankhilfe setzen, 5-10 cm tiefer als im Topf.
- Erde andrücken, kräftig angießen und 5 cm hoch mulchen.
- Triebe locker an die Rankhilfe binden.
Die Rankhilfe braucht Streben, Drähte oder Gitter mit höchstens 2 cm Dicke, damit die Blattstiele sie umschlingen können.
Kürze frisch gepflanzte Clematis im ersten Jahr auf 20-30 cm über dem Boden. Das fördert die Verzweigung an der Basis.
Zur Vermehrung schneidest du im Juni-Juli Stecklinge aus halbreifen Trieben mit je einem Knotenpaar. Alternativ legst du im Frühjahr einen Trieb als Absenker in die Erde. Wildarten lassen sich aussäen, die Samen keimen als Kaltkeimer aber oft erst nach Monaten.
Pflege
Clematis braucht gleichmäßige Feuchtigkeit und viel Nährstoffe, dazu den richtigen Schnitt. Sie wurzelt flach und leidet schnell unter Trockenheit. Gieße im Sommer mindestens einmal pro Woche durchdringend mit 10-15 Litern, im Topf bei Hitze täglich. Gieße morgens direkt an den Wurzeln und halte die Blätter trocken, das beugt Pilzkrankheiten vor.
Gedüngt wird von März bis August:
- März: 3-5 Liter Kompost pro m² und 50-80 g Hornspäne einarbeiten
- Mai bis August: im Beet alle 4 Wochen, im Topf alle 2 Wochen Flüssigdünger für Blühpflanzen
- ab September keine Düngung mehr, damit die Triebe ausreifen
Beim Schnitt entscheidet die Schnittgruppe. Sie steht meist auf dem Etikett. Wirf es nicht weg.
| Schnittgruppe | Typ | Schnitt |
|---|---|---|
| Gruppe 1 | Frühblüher (montana, alpina), Blüte April-Mai | Kein regelmäßiger Schnitt, nur nach der Blüte im Juni auslichten |
| Gruppe 2 | Großblumige Sorten, Blüte Mai-Juni und Aug-Sept | Februar-März leicht einkürzen, im Juni nach der ersten Blüte um ein Drittel kürzen |
| Gruppe 3 | Spätblüher (viticella, Jackmanii), Blüte Juli-Sept | Februar-März auf 20-30 cm über dem Boden zurückschneiden |
Binde junge Triebe im Frühjahr wöchentlich an, sie wachsen bis zu 10 cm pro Tag. Im Topf brauchst du mindestens 30-40 Liter Volumen. Überwintere den Kübel an einer geschützten Wand, umwickle ihn mit Jute oder Vlies und stelle ihn auf Holz. Im Beet schützt eine 10 cm dicke Schicht aus Laub oder Reisig den Wurzelbereich junger Pflanzen.
Mischkultur & Partnerpflanzen
Clematis verträgt sich mit Pflanzen, die den Fuß beschatten und ihr nicht zu viel Wasser wegnehmen. Der Klassiker ist die Kombination mit der Rose: Setze die Clematis mindestens 50 cm von der Rose entfernt und leite die Triebe über eine Schnur oder einen Bambusstab in die Krone. Wähle Sorten der Schnittgruppe 3, weil sie sich ohne Stress für die Rose abschneiden lassen.
Die Hortensie eignet sich als Partner für halbschattige, frische Standorte, weil sie den Wurzelbereich beschattet. Lavendel passt an sonnige, durchlässige Stellen. Er braucht weniger Wasser, deshalb pflanzt du ihn mit 40-50 cm Abstand vor die Clematis.
Gut als Bodendecker unter Clematis funktionieren auch Storchschnabel, Funkien und Frauenmantel. Vermeide dagegen starkwurzelnde Gehölze und Flachwurzler, die der Clematis Wasser und Nährstoffe entziehen.
Krankheiten & Schädlinge
Die häufigste Erkrankung der Clematis ist die Clematiswelke, dazu kommen Mehltau, Blattläuse und Schnecken. Vorbeugend wirken ein luftiger Standort, eine tiefe Pflanzung und regelmäßiges Gießen am Boden statt über das Laub.
- Clematiswelke: Einzelne Triebe welken plötzlich, Blätter und Stängel färben sich braun bis schwarz. Schneide befallene Triebe bis ins gesunde Holz zurück, notfalls bis zum Boden, und entsorge sie im Hausmüll. Viticella-Sorten sind deutlich widerstandsfähiger.
- Mehltau: Weißer, mehliger Belag auf den Blättern, vor allem bei Trockenheit. Entferne befallene Blätter und spritze ein Gemisch aus Milch und Wasser (1:9). Alternativ hilft Netzschwefel.
- Blattläuse: Sie sitzen an Triebspitzen und Knospen. Spritze sie mit scharfem Wasserstrahl ab und fördere Marienkäfer und Florfliegen.
- Schnecken: Sie fressen junge Frühjahrstriebe. Schneckenkragen oder Schneckenkorn mit Eisen-III-Phosphat schützen.
- Wühlmäuse: Sie fressen die Wurzeln. Ein Drahtkorb im Pflanzloch verhindert das.
Beliebte Sorten
Für Anfänger sind Sorten der Schnittgruppe 3 am einfachsten, weil ein Schnitt im Frühjahr genügt. ‘Jackmanii’ und ‘Polish Spirit’ gelten als besonders robust.
| Sorte | Schnittgruppe | Besonderheit |
|---|---|---|
| Nelly Moser | 2 | Helllila mit rosa Mittelstreifen, bis 20 cm große Blüten, halbschattig |
| Jackmanii | 3 | Dunkelviolett, Blüte Juli-Oktober, 2,5-3 m hoch, sehr robust |
| Ville de Lyon | 3 | Karminrot, Blüte Juli-Oktober, Fuß gut beschatten |
| Piilu | 2 | Rosa mit dunklerem Streifen, kompakt mit 1,5-2 m, gut für den Kübel |
| Polish Spirit | 3 | Purpurviolett, widerstandsfähig gegen Welke, bis 4 m |
| Rubens | 1 | Rosa Frühblüher (montana), Blüte im Mai, wächst bis 8 m |
Häufige Probleme & Tipps
Die meisten Probleme entstehen durch den falschen Schnitt, zu flache Pflanzung oder einen zu sonnigen Wurzelbereich.
- Keine Blüte: Meist zu wenig Sonne im Kopfbereich oder ein radikaler Schnitt bei Schnittgruppe 1. Junge Pflanzen blühen oft erst ab dem zweiten Jahr.
- Gelbe Blätter: Häufig Staunässe, Trockenheit oder Stickstoffmangel. Prüfe die Feuchtigkeit 5 cm tief im Boden.
- Braune Blätter: Sonnenbrand bei Hitze oder Welke. Schneide betroffene Triebe zurück und gieße regelmäßig.
Diese Praxis-Tipps machen den Unterschied:
- Notiere dir die Schnittgruppe beim Kauf, bei Unklarheit hilft der Sortenname.
- Mulche jedes Frühjahr neu, die Schicht hält Feuchtigkeit und Kühle.
- Binde die Triebe im Frühjahr wöchentlich an.
- Kürze abgeblühte Gruppe-2-Clematis im Juni, dann folgt oft eine zweite Blüte im August.

Häufig gestellte Fragen
Quellen
Michael Törner
Gartenexperte und Hobbygärtner
Ich bin Michael — Gründer von Mein Gartenwissen. Hier teile ich fundiertes Wissen rund um Gemüseanbau, Pflanzenpflege, Gartengestaltung und alles, was im Garten wächst und gedeiht — immer praxisnah und verständlich aufbereitet.
Mehr über michDieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell überprüft. Enthaltene Bilder wurden mittels KI generiert. Mehr erfahren