Geranie
Pelargonium
Das Wichtigste in Kürze
- Standort: Sonnig bis halbschattig, mindestens 5 Stunden Sonne täglich und regengeschützt.
- Pflanzung: Ab Mitte Mai nach den Eisheiligen, 4-5 Pflanzen pro 80-cm-Balkonkasten.
- Gießen und Düngen: Erst gießen, wenn die Erde oben trocken ist. Von Mai bis September wöchentlich düngen.
- Überwintern: Vor dem ersten Frost einräumen, hell bei 5-10 °C stellen und kaum gießen.
- Häufigster Fehler: Staunässe durch zu häufiges Gießen oder fehlende Abzugslöcher im Gefäß.
Steckbrief
| Botanischer Name | Pelargonium |
| Familie | Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) |
| Herkunft | Südafrika |
| Wuchshöhe | 20-60 cm |
| Wuchsform | Buschig |
| Lebensdauer | Mehrjährig |
| Winterhärte | nicht winterhart |
| Giftigkeit | Schwach giftig ⚠️ Für Katzen und Hunde bei Verzehr giftig, der Pflanzensaft kann bei empfindlichen Menschen die Haut reizen |
| Blütezeit | Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober (rot, rosa, weiß, lila, orange) |
| Pflanzabstand | 20-30 cm · Wie viele passen ins Beet? |
| Vermehrung | Stecklinge, Samen |
Pflegekalender
| Arbeit | JJan | FFeb | MMär | AApr | MMai | JJun | JJul | AAug | SSep | OOkt | NNov | DDez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Pflanzung: Mai | ||||||||||||
| Blüte: Mai bis Oktober | ||||||||||||
| Düngen: Mai bis September | ||||||||||||
| Schnitt: Februar bis März |
Beschreibung & Herkunft
Die Geranie gehört botanisch zur Gattung Pelargonium und damit zu den Storchschnabelgewächsen (Geraniaceae). Sie ist nicht mit dem winterharten Storchschnabel (Geranium) aus dem Staudenbeet identisch, obwohl der deutsche Name beide Gattungen verbindet.
Die rund 280 Arten stammen überwiegend aus Südafrika, die meisten aus der Kapregion. Im 17. Jahrhundert brachten holländische Seefahrer die ersten Pflanzen nach Europa. Heute findest du im Handel vor allem zwei Gruppen:
- Stehende Geranien (Pelargonium zonale): aufrecht und buschig, 30-60 cm hoch, mit kugeligen Blütendolden
- Hängegeranien (Pelargonium peltatum): Triebe von bis zu 1 m Länge, glänzende, efeuähnliche Blätter
Stehende Geranien erkennst du an den rundlichen, gekerbten Blättern, die oft eine dunkle Zone zeigen. Die Blätter riechen bei Berührung herb-würzig. Die Triebe sind an der Basis leicht verholzt und fleischig, was die Pflanze etwas trockenheitsverträglich macht.
Standort & Boden
Geranien brauchen einen sonnigen, luftigen und möglichst regengeschützten Standort mit mindestens 5 Stunden direkter Sonne am Tag. Je mehr Licht, desto dichter blühen sie. Im Halbschatten wachsen sie zwar noch, bilden aber lange, weiche Triebe und deutlich weniger Blüten.
Regen ist für Geranien problematischer als Wind. Nasse Blüten und Blätter faulen schnell, deshalb eignen sich Plätze unter dem Dachüberstand oder an der Hauswand am besten.
Beim Boden gilt: locker, nährstoffreich und durchlässig. Ideal ist ein pH-Wert von 5,5-6,5. Handelsübliche Balkonblumenerde funktioniert gut, wenn du sie mit etwa 20 % Blähton oder grobem Sand mischst. So bleibt die Erde luftig.
Ein Gefäß braucht immer Abzugslöcher. Lege auf den Boden eine 3-5 cm hohe Schicht aus Blähton oder Tonscherben, damit überschüssiges Wasser abläuft. Staunässe ist der häufigste Standortfehler und führt zu Wurzelfäule.
Als Gartenpartner im Beet passen Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen, etwa Lavendel oder die Ringelblume.
Pflanzen & Vermehrung
Geranien pflanzt du ab Mitte Mai nach den Eisheiligen nach draußen. Schon bei Temperaturen unter 5 °C stellen sie das Wachstum ein, Frost zerstört die Pflanze. Vorgezogene Pflanzen aus dem Gartencenter solltest du vor dem Einpflanzen 1-2 Wochen tagsüber abhärten.
So pflanzt du Geranien in den Balkonkasten:
- Kasten mit Abzugslöchern und einer Drainageschicht aus Blähton vorbereiten.
- Balkonblumenerde einfüllen und die Pflanzen mit Wurzelballen so einsetzen, dass er knapp unter dem Rand abschließt.
- Pro 80-cm-Kasten 4-5 stehende oder 3-4 hängende Geranien verwenden (Abstand 20-30 cm).
- Gut angießen und die ersten zwei Wochen nicht in die pralle Mittagssonne stellen.
Die Vermehrung gelingt am einfachsten über Stecklinge. Im Juli und August schneidest du 8-10 cm lange, nicht blühende Kopftriebe unterhalb eines Blattknotens ab. Entferne die unteren Blätter, lass die Schnittstelle einen Tag antrocknen und stecke die Triebe in magere Anzuchterde. Bei 18-22 °C und heller Stellung ohne direkte Sonne bewurzeln sie in 3-4 Wochen.
Die Aussaat ist möglich, wird aber meist nur bei Samensorten wie der Horizon-Serie genutzt. Säe im Januar oder Februar bei 20-24 °C und bedecke die Samen nur dünn. Bis zur ersten Blüte vergehen etwa 4-5 Monate.
Pflege
Gieße Geranien erst, wenn die oberste Erdschicht abgetrocknet ist, und setze das Wasser direkt an den Wurzelbereich. Gieße am besten morgens, damit Blätter und Blüten nicht nass über Nacht bleiben. Im Kasten brauchen Geranien an heißen Tagen täglich Wasser, an kühleren Tagen reichen alle 2-3 Tage. Ein Fingertest in 2 cm Tiefe zeigt dir zuverlässig, ob die Erde noch feucht ist.
Geranien sind Starkzehrer. Von Mai bis September düngst du einmal pro Woche mit einem Flüssigdünger für Balkonblumen, dosiert nach Packungsangabe. Alternativ mischst du bei der Pflanzung einen Langzeitdünger in die Erde, der etwa 3 Monate hält. Ab Ende September stoppst du die Düngung.
| Zeitraum | Maßnahme | Hinweis |
|---|---|---|
| Februar-März | Rückschnitt auf 2-3 Augen, umtopfen | Nach dem Überwintern, fördert kräftigen Neuaustrieb |
| Mitte Mai | Auspflanzen | Erst nach den Eisheiligen |
| Mai-September | Wöchentlich düngen | Flüssigdünger oder Langzeitdünger |
| Juni-Oktober | Verblühtes ausputzen | Ganzen Blütenstiel an der Basis entfernen |
| Anfang Oktober | Einräumen | Vor dem ersten Frost |
Das Ausputzen ist der wichtigste Pflegehandgriff. Brich verwelkte Blütendolden samt Stiel ab und entferne gelbe Blätter. So bildet die Pflanze ständig neue Knospen, und Grauschimmel hat weniger Angriffsfläche.
Im Topf trocknet die Erde schneller aus als im Beet, dafür kannst du Staunässe besser steuern. Im Freiland gepflanzte Geranien brauchen etwas weniger Wasser, dafür aber gleich viel Dünger.
Geranien vertragen kurze Trockenphasen besser als nasse Füße. Im Zweifel lieber einen Tag später gießen als einen Tag zu früh.
Geranien überwintern
Geranien überwinterst du hell und kühl bei 5-10 °C, bevor die ersten Nachtfröste kommen, meist Anfang Oktober. Geeignet sind ein ungeheizter Wintergarten, ein helles Treppenhaus oder ein Kellerraum mit Fenster. Bei zu warmer Überwinterung bilden sich lange, vergeilte Triebe.
So gehst du vor:
- Welke Blätter, Blüten und Knospen entfernen, das senkt das Schimmelrisiko.
- Pflanzen auf Schädlinge kontrollieren, besonders an der Blattunterseite.
- Im Topf lassen oder mit nur wenig Erde an den Wurzeln in Kisten stellen.
- Den Winter über nur sparsam gießen, etwa alle 2-3 Wochen, und nicht düngen.
Im Februar oder März schneidest du die Triebe auf 2-3 Augen zurück, topfst in frische Erde um und stellst die Pflanzen wärmer und heller. Ab Mitte Mai dürfen sie wieder nach draußen. Ältere Pflanzen verholzen an der Basis und blühen oft schwächer. Ersetze sie nach 3-4 Jahren durch Stecklinge.
Krankheiten & Schädlinge
Die häufigsten Probleme bei Geranien sind Pilzkrankheiten durch Nässe sowie einige typische Schädlinge. Vorbeugen ist einfacher als bekämpfen: Sonniger, luftiger Standort, Gießen an die Wurzel und regelmäßiges Ausputzen halten die Pflanzen gesund.
Geranienrost: Auf der Blattunterseite zeigen sich braune, konzentrisch angeordnete Pusteln, oben gelbe Flecken. Entferne befallene Blätter sofort und entsorge sie im Hausmüll. Bei starkem Befall helfen im Fachhandel erhältliche, für Zierpflanzen zugelassene Fungizide.
Grauschimmel (Botrytis): Grauer Pilzrasen auf Blüten und Blättern tritt bei Nässe und kühlem Wetter auf. Schneide alles Befallene großzügig ab und stelle die Pflanze regengeschützt auf.
Geranienbläuling (Pelargonienbohrer): Die Raupe dieses Schmetterlings bohrt sich in Triebe und Knospen, erkennbar an kleinen Bohrlöchern und welkenden Trieben. Sammle Raupen ab und schneide befallene Triebe heraus, meist reicht das zur Eindämmung.
Weiße Fliege und Blattläuse: Sie saugen an der Blattunterseite und hinterlassen klebrigen Honigtau. Gelbtafeln fangen die Weiße Fliege ab. Bei Läusen hilft abbrausen mit scharfem Wasserstrahl, bei stärkerem Befall Nützlinge wie Florfliegenlarven.
Schwarzbeinigkeit bei Stecklingen: Der Stängel färbt sich am Boden schwarz und fault. Verwende saubere Töpfe, frische Anzuchterde und gieße sparsam.
Beliebte Sorten
Bei Geranien unterscheidest du zwischen Sortenserien, nicht nur einzelnen Sorten. Für Anfänger eignen sich robuste Stehende wie die Horizon-Serie und Hängegeranien wie Toscana, die viel Regen vertragen.
| Sorte | Besonderheit | Empfehlung für |
|---|---|---|
| Horizon | Samenvermehrte Serie, kompakter Wuchs, viele Farben | Anfänger, Beete und Kästen |
| Toscana | Hängegeranie, reich blühend, wetterfest | Balkon und Blumenampeln |
| Ville de Paris | Hängegeranie mit leuchtend roten Blüten | Südbalkone, Geländerkästen |
| Mrs. Pollock | Buntlaubige Zonale mit gold-rotem Blatt | Blattschmuck, Kübel |
| Rosengeranie (Pelargonium graveolens) | Duftgeranie mit Rosenduft, unscheinbare Blüten | Terrasse, Küche, Duftgarten |
| Zitronengeranie (Pelargonium crispum) | Zitronenduft, schlank, aufrecht | Sitzplatz, Kübel |
Zusätzlich gibt es Edelgeranien (Pelargonium grandiflorum) mit großen Blüten, die nur von Mai bis Juli blühen und kühlere Überwinterung brauchen. Sie sind anspruchsvoller als Zonale und Hängegeranien.
Häufige Probleme & Tipps
Die meisten Probleme bei Geranien entstehen durch zu viel Wasser und zu wenig Licht. Wenn du diese beiden Punkte im Griff hast, blüht die Pflanze von Mai bis Oktober.
Typische Anfängerfehler:
- Zu früh ins Freie stellen: Nachtfrost im April zerstört die Pflanzen.
- Gefäß ohne Abzugsloch oder mit Untersetzer, in dem Wasser steht.
- Zu wenig Dünger: Geranien blühen nur bei regelmäßiger Nährstoffversorgung durchgehend.
- Zu schattig aufgestellt: lange, dünne Triebe und wenige Blüten.
Praxis-Tipps:
- Gieße bei Sonne nie über die Blätter, das kann Blattflecken verursachen.
- Setze Hängegeranien in größere Gefäße, sie brauchen mehr Wurzelraum als Stehende.
- Tausche Kästen nach der Saison nicht nur aus, sondern wechsle die Erde, das senkt die Krankheitsgefahr.
- Nimm im Spätsommer 3-5 Stecklinge von deinen besten Pflanzen, dann hast du im Frühjahr kostenlosen Nachwuchs.
Gelbe Blätter am Stängelgrund sind normal, wenn sie einzeln auftreten. Werden viele Blätter gelb, prüfe zuerst die Feuchtigkeit der Erde, danach die Düngung.
Geranien sind für Katzen und Hunde schwach giftig. Stelle sie so auf, dass Haustiere nicht an die Blätter kommen.

Häufig gestellte Fragen
Michael Törner
Gartenexperte und Hobbygärtner
Ich bin Michael — Gründer von Mein Gartenwissen. Hier teile ich fundiertes Wissen rund um Gemüseanbau, Pflanzenpflege, Gartengestaltung und alles, was im Garten wächst und gedeiht — immer praxisnah und verständlich aufbereitet.
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