🍎 Obst

Feige

Ficus carica

(aktualisiert: ) 8 Min. Lesezeit
Feigenbaum an einer sonnigen Hauswand mit reifen violetten Feigen und Lavendel als Unterpflanzung
KI-generiert

Das Wichtigste in Kürze

  • Standort: Wärmster und sonnigster Platz im Garten, ideal ist eine Südwand oder eine geschützte Hausecke.
  • Pflanzung: Von April bis Mitte Mai, 5-10 cm tiefer als im Topf setzen, damit sie nach starken Frösten neu austreibt.
  • Schnitt: Ende März bis April zurückhaltend schneiden, denn die Früchte entstehen am einjährigen Holz.
  • Düngen: Sparsam, im Garten im April 3 Liter Kompost pro m², Kübelfeigen von April bis Ende Juli alle zwei Wochen.
  • Winterschutz: Vlies bis zu den Eisheiligen griffbereit halten, viele Feigen erfrieren erst bei Spätfrösten im April.

Steckbrief

☀️
Licht
Sonnig
💧
Wasser
Mittel
🌱
Nährstoffe
Mittel
🧑‍🌾
Pflege
Mittel
Botanischer Name Ficus carica
Familie Maulbeergewächse (Moraceae)
Herkunft Vorderasien und östlicher Mittelmeerraum
Wuchshöhe 200-500 cm
Wuchsform Buschig
Lebensdauer Mehrjährig
Winterhärte 7b
Giftigkeit Schwach giftig ⚠️ Der Milchsaft aus Blättern, Trieben und unreifen Früchten enthält Furocumarine und kann auf der Haut in Verbindung mit Sonnenlicht Rötungen und Blasen auslösen. Die reifen Früchte sind essbar.
Blütezeit April, Mai, Juni (unscheinbar (im Inneren der Frucht))
Erntezeit Juli, August, September, Oktober
Vorkultur Februar-April
Keimtemperatur 20-25 °C
Pflanzabstand 300-400 cm · Wie viele passen ins Beet?
Saattiefe 0.2-0.5 cm
Vermehrung Stecklinge, Absenker, Samen

Pflegekalender

Pflegekalender Feige: Welche Arbeiten in welchem Monat anstehen
ArbeitJFMAMJJASOND
Vorkultur: Februar bis April
Pflanzung: April bis Mai
Blüte: April bis Juni
Düngen: April
Schnitt: März bis April
Ernte: Juli bis Oktober

Beschreibung & Herkunft

Die Feige (Ficus carica) ist ein sommergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Maulbeergewächse und eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Ursprünglich stammt sie aus Vorderasien und dem östlichen Mittelmeerraum. Die Römer brachten sie bis an Rhein und Mosel, wo sie in Weinbaugebieten bis heute verwildert vorkommt.

Du erkennst den Feigenbaum an seinen großen, handförmig drei- bis fünflappigen Blättern mit rauer Oberseite und an der glatten, silbergrauen Rinde. Eine Besonderheit ist die Blüte: Sie ist von außen nicht sichtbar, denn die winzigen Einzelblüten sitzen im Inneren eines birnenförmigen Blütenstands, aus dem sich die Frucht entwickelt.

In der Heimat bestäubt die Feigenwespe (Blastophaga psenes) viele Sorten. Die in Deutschland angebotenen Gartensorten gehören dagegen zum Typ „Gemeine Feige“ und bilden ihre Früchte ohne Bestäubung. Ein einzelner Baum reicht also für eine Ernte.

Standort & Boden

Eine Feige braucht den wärmsten und sonnigsten Platz im Garten: Ideal ist eine Südwand oder eine geschützte Hausecke. Die Mauer speichert tagsüber Wärme und gibt sie nachts ab, was Reife und Winterhärte deutlich verbessert. In Weinbauklimaten wie Rheingraben, Pfalz oder Mosel gelingt die Feige im Freiland am zuverlässigsten, in kälteren Regionen ist der Kübel oft die bessere Wahl.

Beim Boden ist die Feige genügsam, reagiert aber empfindlich auf Staunässe. Optimal ist:

  • ein durchlässiger, lehmig-sandiger Boden mit gutem Humusanteil
  • ein pH-Wert zwischen 6 und 7,5 (kalkhaltige Böden verträgt sie gut)
  • eine Drainage aus Kies bei schweren, verdichteten Lehmböden

Der häufigste Standortfehler ist ein zu schattiger oder windoffener Platz. Die Pflanze wächst dann zwar, doch die Früchte reifen im kurzen mitteleuropäischen Sommer nicht mehr aus. Ebenso problematisch sind Senken, in denen sich Kaltluft und Wasser sammeln. Hier erfrieren Triebe schon bei milden Frösten, und nasse Wurzeln faulen im Winter.

Aussaat & Pflanzung

Die beste Pflanzzeit für eine Feige ist das Frühjahr von April bis Mitte Mai, damit sie bis zum ersten Winter kräftig einwurzeln kann. Kaufe am besten eine zwei- bis dreijährige Pflanze im Container, denn aus Samen gezogene Feigen tragen erst nach vielen Jahren und nicht sortenecht.

So pflanzt du eine Feige ins Freiland:

  1. Pflanzloch doppelt so breit und tief wie den Wurzelballen ausheben.
  2. Bei schwerem Boden 10 cm Kies als Drainage einfüllen.
  3. Aushub mit reifem Kompost im Verhältnis 3:1 mischen.
  4. Die Feige etwa 5-10 cm tiefer setzen als im Topf. So treiben nach starken Frösten Knospen aus dem geschützten Stammbereich neu aus.
  5. Kräftig angießen und die Baumscheibe mulchen.

Halte zu anderen Gehölzen und Mauern mindestens 1,5 m Abstand, bei freistehenden Bäumen 3-4 m.

Die einfachste Vermehrung gelingt über Steckhölzer: Schneide im Spätwinter 20 cm lange, einjährige Triebe und stecke sie zu zwei Dritteln in feuchtes Anzuchtsubstrat. Bei 20-25 °C bilden sie innerhalb von vier bis sechs Wochen Wurzeln. Samen säst du als Lichtkeimer nur hauchdünn bedeckt aus.

Pflege

Die Feige braucht gleichmäßige Feuchtigkeit, aber niemals nasse Füße. Im Freiland gießt du eingewachsene Bäume nur bei längerer Trockenheit, dann aber durchdringend mit 20-30 Litern pro Woche. Junge Pflanzen und Kübelfeigen brauchen im Hochsommer oft täglich Wasser. Schwankende Wasserversorgung führt zu aufgeplatzten oder abfallenden Früchten.

Beim Düngen gilt: weniger ist mehr. Zu viel Stickstoff fördert üppiges Laub statt Früchte und macht das Holz frostempfindlich. Im Garten reichen im April 3 Liter Kompost pro Quadratmeter Baumscheibe. Kübelfeigen versorgst du von April bis Ende Juli alle zwei Wochen mit einem kaliumbetonten Flüssigdünger. Ab August stellst du das Düngen ein, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen.

Der Feigenbaum-Schnitt erfolgt Ende März bis April. Entferne erfrorene, kranke und nach innen wachsende Triebe und lichte zu dichte Kronen aus. Schneide die Krone nicht radikal zurück, denn die Früchte entstehen am einjährigen Holz.

PflegepunktFeige im TopfFeige im Freiland
Gießen im Sommertäglich bis alle 2 Tagebei Trockenheit 1× pro Woche
Düngenalle 2 Wochen April-JuliKompost im April
Überwinterungfrostfrei bei 0-8 °CMulch, Vlies, Jungpflanzen besonders schützen
Umtopfenalle 2-3 Jahre, ab 30-40 lentfällt

Im Freiland schützt du junge Feigen im Winter mit einer 20 cm hohen Mulchschicht aus Laub und einem Vlies um die Krone. Kübelpflanzen kommen ab etwa -5 °C ins Winterquartier.

⚠️
Achtung beim Schneiden

Der weiße Milchsaft der Feige kann auf der Haut unter Sonneneinstrahlung Rötungen und Blasen auslösen. Trage beim Schnitt Handschuhe und lange Ärmel und wasche Saftspritzer sofort ab.

Ernte & Verwendung

Feigen erntest du erst, wenn sie vollreif sind, denn sie reifen nach dem Pflücken nicht nach. Reife Früchte geben auf leichten Druck nach, hängen am Stiel nach unten und zeigen oft feine Risse in der Haut. Häufig tritt an der kleinen Öffnung am Fruchtende ein Tropfen Nektar aus. Je nach Sorte und Sommer liegt die Haupternte zwischen August und Oktober, manche Sorten liefern im Juli zusätzlich sogenannte Sommerfeigen am vorjährigen Holz.

Frische Feigen halten im Kühlschrank nur zwei bis drei Tage. Für längere Haltbarkeit gibt es drei Wege:

  • Trocknen: halbiert im Dörrgerät bei 50-60 °C für 10-14 Stunden
  • Einfrieren: ganz oder geviertelt, ideal für Kuchen und Smoothies
  • Einkochen: als Konfitüre oder Feigensenf

In der Küche passen Feigen zu kräftigem Käse: Probiere sie halbiert mit Ziegenkäse und Honig kurz im Ofen überbacken. Auch mit Schinken, im Salat mit Walnüssen oder als Chutney zu Wild sind sie eine gute Wahl.

Mischkultur & Fruchtfolge

Als Dauerkultur steht die Feige viele Jahrzehnte am selben Platz, eine Fruchtfolge im klassischen Sinn gibt es daher nicht. Wichtig ist die Unterpflanzung, denn die Feige bildet ein dichtes, flach verlaufendes Wurzelwerk.

Gute Nachbarn sind mediterrane Kräuter mit ähnlichen Ansprüchen an Sonne und durchlässigen Boden. Lavendel, Thymian, Oregano und Salbei brauchen wenig Wasser und Nährstoffe und konkurrieren kaum mit den Feigenwurzeln. Zudem locken sie Nützlinge an und halten den Boden bedeckt. Auch Rosmarin fühlt sich an einer warmen Südwand neben der Feige wohl.

Ungünstige Nachbarn sind:

  • Walnuss: Ihr Laub und ihre Wurzeln geben Juglon ab, das das Wachstum vieler Pflanzen hemmt.
  • Kartoffel: Beim Ernten gräbst du die flachen Feigenwurzeln auf.
  • Kürbis: Er beansprucht viel Wasser und Nährstoffe im Wurzelbereich und beschattet die Baumscheibe.

Krankheiten & Schädlinge

Die Feige ist in Mitteleuropa robust, einige Probleme treten aber regelmäßig auf. Vorbeugung durch einen luftigen, sonnigen Standort verhindert die meisten davon.

  • Feigenrost (Cerotelium fici): Rostbraune Pusteln auf der Blattunterseite, vor allem in feuchtwarmen Spätsommern. Befallenes Laub im Herbst entfernen und nicht kompostieren, die Krone durch Auslichten luftig halten.
  • Spinnmilben: Feine Gespinste und hell gesprenkelte Blätter, besonders bei Kübelfeigen im warmen Winterquartier. Regelmäßiges Abbrausen und höhere Luftfeuchte helfen, bei starkem Befall wirken Raubmilben.
  • Schildläuse: Braune, festsitzende Höcker an Trieben, klebriger Honigtau. Einzelne Tiere mit einer weichen Bürste abkratzen, im Spätwinter mit einem Rapsöl-Präparat behandeln.
  • Feigenmosaikvirus: Gelblich gescheckte, verformte Blätter. Eine Heilung gibt es nicht, geschwächte Pflanzen stärkst du durch gute Pflege. Kaufe nur gesunde Pflanzen aus Fachbetrieben.

Reifende Früchte sind außerdem bei Wespen, Amseln und Staren beliebt. Ein engmaschiges Vogelschutznetz über der Krone schützt die Ernte ab Ende Juli.

Beliebte Sorten

Für Deutschland eignen sich vor allem frostharte Sorten, die ohne Bestäubung Früchte ansetzen. Die Unterschiede liegen in Winterhärte, Reifezeit und Geschmack.

SorteBesonderheitEmpfehlung für
Brown Turkeybraunviolette Früchte, zuverlässig, zwei Ernten möglichAnfänger, Freiland und Kübel
Violettasehr frosthart, dunkelviolette, süße Früchtekältere Regionen
Bornholmaus Dänemark, kompakt, früh reifendNorddeutschland, kurze Sommer
Dalmatiegroße grüne Früchte mit rotem Fleisch, aromatischwarme Weinbaulagen
Ronde de Bordeauxkleine, sehr süße dunkle Früchte, kompakter WuchsKübel und Balkon

Wenn du zum ersten Mal eine Feige pflanzt, ist ‘Brown Turkey’ die sicherste Wahl: Sie verzeiht Anfängerfehler, erholt sich nach Frostschäden schnell und trägt meist schon im zweiten Standjahr. In rauen Lagen lohnt sich ‘Violetta’ oder ‘Bornholm’.

Häufige Probleme & Tipps

Der häufigste Fehler ist Ungeduld beim Winterschutz: Viele Feigen erfrieren nicht im Januar, sondern bei Spätfrösten im April, wenn der Austrieb schon begonnen hat. Lass das Vlies deshalb bis zu den Eisheiligen griffbereit.

💡
Praxis-Tipp

Entferne im Oktober alle unreifen Feigen, die größer als eine Haselnuss sind. Sie reifen nicht mehr aus und fallen im Winter ohnehin ab. Die erbsengroßen Fruchtansätze an den Triebspitzen lässt du dagegen hängen.

Weitere Tipps aus der Praxis:

  • Wurzelraum begrenzen: Eine Feige in einer mit Steinplatten eingefassten Pflanzgrube wächst kompakter und trägt früher.
  • Kübel nicht zu groß wählen: Topfe nur alle zwei bis drei Jahre um eine Größe auf, sonst wächst die Pflanze ins Laub.
  • Gelbe Blätter im Herbst: Ab Oktober normal, denn die Feige wirft ihr Laub ab.
  • Nicht zu früh ausräumen: Kübelfeigen kommen erst nach Mitte Mai dauerhaft nach draußen und werden vorher eine Woche im Halbschatten abgehärtet.

Wer wenig Platz hat, kann unter dem Kübel eine Schale mit Erdbeeren kultivieren: So nutzt du den sonnigen Platz doppelt.

Feige: Infografik
KI-generiert

Ratgeber zu Feige

Häufig gestellte Fragen

Quellen

MT

Michael Törner

Gartenexperte und Hobbygärtner

Ich bin Michael — Gründer von Mein Gartenwissen. Hier teile ich fundiertes Wissen rund um Gemüseanbau, Pflanzenpflege, Gartengestaltung und alles, was im Garten wächst und gedeiht — immer praxisnah und verständlich aufbereitet.

Mehr über mich

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell überprüft. Enthaltene Bilder wurden mittels KI generiert. Mehr erfahren