Kapuzinerkresse
Tropaeolum majus
Das Wichtigste in Kürze
- Standort: Sonnig und durchlässig, auf magerem Boden blüht sie üppiger als auf fetter Erde.
- Aussaat: Direkt ab Mitte Mai, 2-3 cm tief, Abstand 30-40 cm, keine Vorkultur nötig.
- Gießen: Nur in Trockenphasen, Düngen fast nie, sonst wachsen nur Blätter statt Blüten.
- Häufigster Fehler: Zu viel Stickstoff durch reiche Erde oder Dünger, dadurch kaum Blüten.
Steckbrief
| Botanischer Name | Tropaeolum majus |
| Familie | Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae) |
| Herkunft | Südamerika (Peru, Kolumbien) |
| Wuchshöhe | 20-300 cm |
| Wuchsform | Kletternd |
| Lebensdauer | Einjährig |
| Winterhärte | nicht winterhart |
| Giftigkeit | Ungiftig |
| Blütezeit | Juni, Juli, August, September, Oktober (orange, gelb, rot) |
| Erntezeit | Juni, Juli, August, September |
| Vorkultur | April |
| Direktsaat | Mai |
| Keimtemperatur | 16-18 °C |
| Pflanzabstand | 30-40 cm · Wie viele passen ins Beet? |
| Saattiefe | 2-3 cm |
| Vermehrung | Samen |
Pflegekalender
| Arbeit | JJan | FFeb | MMär | AApr | MMai | JJun | JJul | AAug | SSep | OOkt | NNov | DDez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Vorkultur: April | ||||||||||||
| Direktsaat: Mai | ||||||||||||
| Pflanzung: Mai | ||||||||||||
| Blüte: Juni bis Oktober | ||||||||||||
| Ernte: Juni bis September |
Beschreibung & Herkunft
Die Kapuzinerkresse stammt ursprünglich aus den Bergregionen Südamerikas, vor allem aus Peru und Kolumbien. Im 17. Jahrhundert kam sie nach Europa und zählt heute zu den beliebtesten einjährigen Sommerblumen, weil sie fast ohne Pflege auskommt und dabei noch essbar ist.
Du erkennst sie an den runden, schildförmigen Blättern mit auffälliger heller Blattrippe, die wie kleine Regenschirme aussehen. Die trompetenförmigen Blüten leuchten in Orange, Gelb und Rot und tragen am Hinterteil einen langen Sporn, in dem sich Nektar sammelt. Je nach Sorte wächst sie kletternd bis 3 m hoch oder bleibt als niedrige Buschform bei 20-40 cm. Der deutsche Name kommt von den knospenförmigen Blüten, die an die Kapuzen von Mönchskutten erinnern.
Standort & Boden
Die Kapuzinerkresse blüht am üppigsten an einem vollsonnigen Platz mit durchlässigem, eher magerem Boden. Das klingt ungewöhnlich, ist aber der wichtigste Punkt: Auf fetter, nährstoffreicher Erde bildet sie prächtige Blätter, aber nur wenige Blüten. Ein sandiger, lockerer Boden mit pH 6-7 ist ideal, schwere Lehmböden solltest du mit Sand auflockern.
Im Halbschatten wächst sie zwar auch, blüht aber deutlich später und schwächer. Staunässe verträgt sie gar nicht, die Wurzeln faulen dann schnell. Im Kübel auf dem Balkon sorgt eine Drainageschicht aus Tonscherben oder Kies für den nötigen Wasserabfluss.
Pflanze Kapuzinerkresse nicht ins frisch gedüngte Gemüsebeet, sondern als Begleitpflanze an den Beetrand. So blüht sie zuverlässig und hält trotzdem Schädlinge fern.
Aussaat & Pflanzung
Am einfachsten säst du Kapuzinerkresse ab Mitte Mai nach den Eisheiligen direkt ins Beet. Die erbsengroßen Samen kommen 2-3 cm tief in die Erde, Abstand 30-40 cm, und keimen bei 16-18 °C innerhalb von 10-14 Tagen. Dunkelkeimer, also gut mit Erde bedecken.
Für eine frühere Blüte ziehst du ab April in Töpfen auf der Fensterbank vor und pflanzt die Jungpflanzen Mitte Mai aus. Kletternde Sorten brauchen ein Rankgitter, einen Zaun oder einfach eine Schnur als Kletterhilfe.
- Samen 2-3 cm tief einstecken, nicht zu dicht säen
- Erde anfeuchten und feucht halten, ohne Staunässe
- Nach dem Auflaufen auf 30-40 cm vereinzeln
- Kletternde Sorten früh an der Rankhilfe fixieren
Die Samen lassen sich im Herbst sammeln und bleiben trocken gelagert 3-4 Jahre keimfähig. In milden Regionen säat sich die Pflanze oft von selbst wieder aus.
Pflege
Die Kapuzinerkresse gehört zu den anspruchslosesten Sommerblumen überhaupt: Nur in längeren Trockenphasen gießen, düngen musst du praktisch nie. Das ist ihre große Stärke, aber auch die häufigste Fehlerquelle. Wer sie wie andere Sommerblumen pflegt und regelmäßig düngt, bekommt einen üppigen Blattschopf mit kaum Blüten.
Im Freiland reicht Gießen bei anhaltender Trockenheit, idealerweise morgens und bodennah, damit die Blätter trocken bleiben. Im Kübel trocknet die Erde schneller aus, hier kontrollierst du im Hochsommer täglich. Überschüssiges Wasser im Untersetzer sofort abgießen.
Verblühtes regelmäßig auszuputzen verlängert die Blütezeit bis in den Oktober und verhindert, dass die Pflanze Kraft in die Samenbildung steckt. Einen Schnitt braucht sie nicht. Kletternde Sorten bindest du bei Bedarf an der Rankhilfe nach. Beim ersten Nachtfrost stirbt die Pflanze komplett ab, dann kannst du sie auf den Kompost geben.
Ernte & Verwendung
Blüten, Blätter und Knospen der Kapuzinerkresse sind essbar und schmecken pikant, leicht scharf, ähnlich wie Gartenkresse oder Senf. Die Blüten erntest du von Juni bis September am besten am Vormittag, wenn sie frisch geöffnet sind.
Die Verwendungsmöglichkeiten sind vielfältig:
- Blüten als farbenfrohe, würzige Zutat in Salaten und auf Butterbroten
- Blätter fein geschnitten in Kräuterquark oder Kräuterbutter
- Unreife Samen in heißem Essigsud eingelegt als Kapernersatz (“arme Leute Kapern”)
Die Blüten enthalten Senfölglykoside mit leicht antibakterieller Wirkung, in der Volksmedizin wird die Pflanze bei Erkältungen genutzt. Gelagert werden Blüten am besten frisch, sie halten sich im Kühlschrank nur 1-2 Tage.
Mischkultur & Fruchtfolge
Die Kapuzinerkresse ist eine klassische Mischkulturpflanze, weil sie Schädlinge von Gemüse fernhält. Sie lockt Blattläuse aktiv an sich und wirkt damit als Ablenkungspflanze für empfindlichere Kulturen. Gleichzeitig vertreibt ihr Senfölgeruch Kohlweißlinge, Erdflöhe und Ameisen.
Besonders gut passt sie zu:
- Kohlrabi und anderen Kohlarten, da sie den Kohlweißling verwirrt
- Gurke und Zucchini, als Bodendecker unter den Ranken
- Kartoffel, da sie Kartoffelkäfer und Blattläuse ablenkt
Schlechte Nachbarn gibt es praktisch keine, sie verträgt sich mit fast allem. Da sie ohnehin einjährig ist und keimt, wo sie ausgesät wird, spielt die klassische Fruchtfolge für sie keine Rolle. Achte nur darauf, dass sie nicht auf frisch gedüngten Beetflächen steht, wo Starkzehrer wie Kohl oder Sellerie vorher gewachsen sind.
Krankheiten & Schädlinge
Die Kapuzinerkresse ist robust, hat aber zwei typische Probleme. Am häufigsten siedeln sich Blattläuse an, oft in großen Kolonien an Triebspitzen und Blattunterseiten. Das ist gewollt, wenn sie als Ablenkungspflanze dient. Wird der Befall zu stark, hilft ein kräftiger Wasserstrahl oder ein Spritzmittel aus 1 Liter Wasser mit einem Schuss Spülmittel. Schwebfliegenlarven und Marienkäfer übernehmen die Regulierung oft von allein.
Raupen des Großen und Kleinen Kohlweißlings fressen ebenfalls gern an den Blättern. Absammeln ist die wirksamste Methode, bei starkem Befall hilft ein Präparat mit Bacillus thuringiensis. Bei feuchter Witterung kann Mehltau auftreten, erkennbar an weißem Belag auf den Blättern. Vorbeugend wirken luftiger Standort und Gießen von unten, befallene Blätter entfernst du konsequent.
Viruskrankheiten zeigen sich als mosaikartige Flecken auf den Blättern. Befallene Pflanzen gehören in den Restmüll, nicht auf den Kompost.
Beliebte Sorten
| Sorte | Wuchs | Besonderheit |
|---|---|---|
| Alaska | 30 cm, buschig | Cremeweiß marmorierte Blätter, ideal für Kübel |
| Empress of India | 25 cm, kompakt | Dunkelrote Blüten, bläuliche Blätter |
| Jewel of Africa | kletternd, 2-3 m | Mischung in Gelb bis Rot, schnelle Ranker |
| Tip Top Mahagoni | 25 cm, buschig | Mahagonirote Blüten über dem Laub |
| Hermine Grashoff | 50 cm | Gefüllte orangene Blüten, etwas wärmeliebend |
Für Anfänger und den Balkon ist Alaska die beste Wahl: kompakt, zuverlässig blühend und durch die marmorierten Blätter auch ohne Blüte dekorativ. Wer einen Zaun oder ein Rankgitter begrünen will, greift zu Jewel of Africa, die rankt innerhalb einer Saison 2-3 m hoch.
Häufige Probleme & Tipps
Der häufigste Fehler ist zu viel Gutes: reicher Boden und Dünger führen zu üppigem Blattwuchs ohne Blüten. Säe lieber auf magerem Untergrund und verzichte komplett auf Düngung.
Weitere Punkte, die den Unterschied machen:
- Zu früh ausgesät: Die Keimlinge sind frostempfindlich. Vor Mitte Mai nur im Topf vorziehen, nie ins Freiland.
- Staunässe im Kübel: Ohne Drainageloch faulen die Wurzeln. Überschüssiges Gießwasser immer wegschütten.
- Samen sammeln: Wer verblühte Blüten im September stehen lässt, erntet gratis Saatgut für das nächste Jahr.
- Selbstaussaat nutzen: In milden Lagen keimt ausgefallenes Saatgut im Frühjahr von selbst. Überschüssige Keimlinge einfach ausdünnen.
Saisonal gilt: Im Mai aussäen, Juni bis Oktober blüht und erntet die Pflanze, mit dem ersten Nachtfrost ist die Saison vorbei.

Häufig gestellte Fragen
Michael Törner
Gartenexperte und Hobbygärtner
Ich bin Michael — Gründer von Mein Gartenwissen. Hier teile ich fundiertes Wissen rund um Gemüseanbau, Pflanzenpflege, Gartengestaltung und alles, was im Garten wächst und gedeiht — immer praxisnah und verständlich aufbereitet.
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