Kiwi
Actinidia deliciosa
Das Wichtigste in Kürze
- Standort: Vollsonnig und windgeschützt, humoser Boden mit pH 5,5-6,5, kalkarm und ohne Staunässe.
- Pflanzung: April bis Mai, weibliche Pflanzen 4-5 m Abstand, männlicher Befruchter höchstens 5 m entfernt.
- Gießen: Bei Trockenheit 1-2 Mal pro Woche durchdringend mit 20-30 Litern, am besten Regenwasser.
- Ernte: Ende Oktober bis November hart pflücken und bei Zimmertemperatur 1-2 Wochen nachreifen lassen.
- Häufigster Fehler: Nur eine weibliche Pflanze ohne männlichen Befruchter, dann bleibt die Ernte aus.
Steckbrief
| Botanischer Name | Actinidia deliciosa |
| Familie | Strahlengriffelgewächse (Actinidiaceae) |
| Herkunft | China |
| Wuchshöhe | 400-900 cm |
| Wuchsform | Kletternd |
| Lebensdauer | Mehrjährig |
| Winterhärte | 7b |
| Giftigkeit | Ungiftig |
| Blütezeit | Mai, Juni (cremeweiß) |
| Erntezeit | Oktober, November |
| Pflanzabstand | 400-500 cm · Wie viele passen ins Beet? |
| Vermehrung | Stecklinge, Ableger, Veredlung |
Pflegekalender
| Arbeit | JJan | FFeb | MMär | AApr | MMai | JJun | JJul | AAug | SSep | OOkt | NNov | DDez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Pflanzung: April bis Mai | ||||||||||||
| Blüte: Mai bis Juni | ||||||||||||
| Düngen: März bis Juli | ||||||||||||
| Schnitt: Januar bis Februar und Juli bis August | ||||||||||||
| Ernte: Oktober bis November |
Beschreibung & Herkunft
Die Kiwi (Actinidia deliciosa) ist ein verholzender Kletterstrauch, der Triebe von 4 bis 9 m Länge bildet und sich windend an Rankhilfen emporarbeitet. Sie gehört zu den Strahlengriffelgewächsen und stammt aus dem Tal des Jangtse in China. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen Samen nach Neuseeland. Dort entstand die Sorte ‘Hayward’, die bis heute den Handel prägt. Der Name Kiwi geht auf die braun behaarte Schale zurück, die an den Nationalvogel Neuseelands erinnert.
Erkennen kannst du die Pflanze an den großen, rundlich herzförmigen Blättern (bis 20 cm), die unterseits filzig behaart sind, und an den rotbraun behaarten Jungtrieben. Wichtig: Die Kiwi ist zweihäusig. Es gibt rein weibliche und rein männliche Pflanzen, und nur die weiblichen tragen Früchte. Die cremeweißen Blüten öffnen sich von Ende Mai bis Juni.
Standort & Boden
Kiwi braucht einen vollsonnigen, windgeschützten Platz mit mindestens 6 Stunden Sonne am Tag, am besten vor einer Süd- oder Westwand. Die Wand speichert Wärme und bremst den Wind, der die großen Blätter zerfetzt und junge Triebe abbrechen lässt. Meide Senken, in denen sich Kaltluft sammelt, denn der Austrieb ab April reagiert empfindlich auf Spätfrost.
Der Boden sollte tiefgründig, humos und locker sein, mit einem leicht sauren bis neutralen pH-Wert von 5,5 bis 6,5. Kalk ist der häufigste Stolperstein: Auf kalkreichen Böden werden die Blätter gelb, während die Adern grün bleiben (Eisenmangelchlorose). Staunässe lässt die Wurzeln faulen, anhaltende Trockenheit färbt die Blattränder braun. Schwere Lehmböden verbesserst du mit Sand und Kompost oder pflanzt auf einen flachen Hügel.
Die Wurzeln liegen flach. Hacke deshalb nicht um die Pflanze, sondern halte den Boden mit Mulch aus Laub oder Rasenschnitt feucht. Rechne pro ausgewachsener Pflanze mit etwa 4 x 4 m Fläche.
Aussaat & Pflanzung
Kiwi pflanzt du als Containerpflanze von April bis Mai, in raueren Lagen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai. Die Aussaat aus Samen lohnt sich nicht: Das Geschlecht zeigt sich erst nach 5 bis 8 Jahren, und die Nachkommen sind nicht sortenecht. Veredelte oder aus Stecklingen gezogene Pflanzen tragen meist nach 3 bis 4 Jahren.
- Rankhilfe bauen: Stelle Pfosten mit 2,5 m Höhe auf und spanne mehrere Drähte im Abstand von etwa 50 cm. Alternativ eignet sich eine stabile Pergola.
- Pflanzloch graben: Es sollte doppelt so breit wie der Wurzelballen sein. Mische den Aushub mit reifem Kompost.
- Abstände einhalten: Weibliche Pflanzen brauchen 4-5 m Abstand. Die männliche Pflanze setzt du höchstens 5 m von den weiblichen entfernt. Eine männliche Pflanze reicht für bis zu fünf weibliche.
- Einsetzen und angießen: Pflanze so tief wie im Topf, drücke die Erde fest und gieße mit 20-30 Litern Wasser an.
- Mulchen und anbinden: Bringe 5-8 cm Mulch aus und führe den Haupttrieb senkrecht am Stab nach oben. Die Seitentriebe leitest du später waagerecht an die Drähte.
Pflege
Kiwi braucht gleichmäßige Feuchte, weil die großen Blätter im Sommer viel Wasser verdunsten. Gieße bei Trockenheit ein- bis zweimal pro Woche durchdringend mit 20 bis 30 Litern pro Pflanze, junge Pflanzen im ersten Jahr etwas häufiger. Nimm möglichst Regenwasser, denn kalkhaltiges Leitungswasser hebt den Boden-pH auf Dauer an.
| Zeitraum | Dünger | Dosierung |
|---|---|---|
| Anfang März | Reifer Kompost | 3-5 l pro m², locker auflegen |
| Alle 4-6 Wochen bis Ende Juli | Organischer, chloridarmer Beerendünger (z. B. Hornspäne) | Nach Packungsangabe |
| Ab August | Keine Düngung | Triebe sollen vor dem Winter ausreifen |
Kiwis reagieren empfindlich auf Salz und Chlorid. Verzichte deshalb auf Mineraldünger mit Kaliumchlorid.
Geschnitten wird zweimal im Jahr, sonst verkahlt die Pflanze und trägt nur an den Triebspitzen. Den Winterschnitt machst du im Januar oder Februar bei frostfreiem Wetter: Triebe, die im Vorjahr getragen haben, kürzt du auf 2-3 Knospen ein, überzählige Triebe entfernst du ganz. Schneide nicht später, denn im Frühjahr bluten die Schnittstellen stark. Im Juli und August kürzt du Fruchttriebe 5-6 Blätter hinter der letzten Frucht ein und entfernst Wasserschosse. Das Prinzip ähnelt dem bei der Weinrebe.
Im Topf (mindestens 80 Liter) gießt du häufiger, düngst in kürzeren Abständen und schützt den Kübel im Winter mit Vlies.
Ernte & Verwendung
Kiwis erntest du von Ende Oktober bis Anfang November, bevor der erste Frost kommt. Sie sind beim Pflücken noch hart und reifen erst nach der Ernte. Schneide zur Kontrolle eine Frucht auf: Sind die Kerne dunkelbraun bis schwarz und lösen sich die Früchte mit leichter Drehung vom Stiel, kannst du ernten. Eine ausgewachsene Pflanze liefert oft 20-40 kg.
Zum Nachreifen legst du die Früchte 1-2 Wochen bei Zimmertemperatur aus. Mit einem reifen Apfel in der Schale geht es schneller, weil er das Reifegas Ethylen abgibt.
- Kühl gelagert: Unreife Früchte halten bei 2-5 Grad im Keller oder Kühlschrank mehrere Wochen.
- Reif: Im Kühlschrank 1-2 Wochen haltbar.
- Eingefroren: Geschält und in Scheiben, ideal für Smoothies.
In der Küche passt Kiwi roh als Obstsalat oder Smoothie, als Marmelade oder als fruchtiges Chutney zu Käse. Frische Kiwi enthält das Enzym Actinidin, das Gelatine nicht fest werden lässt und Milchprodukte bitter macht. Erhitze das Fruchtfleisch kurz oder nimm Agar-Agar.
Mischkultur & Fruchtfolge
Kiwi ist eine Dauerkultur mit flachen Wurzeln und steht bis zu 30 Jahre am selben Platz, deshalb beschränkst du die Unterpflanzung auf niedrige, genügsame Partner. Eine Fruchtfolge gibt es nicht, dafür gilt: Wer eine alte Pflanze ersetzt, wechselt besser die Pflanzstelle oder tauscht den Boden aus.
Gute Nachbarn:
- Thymian und Oregano: flach wurzelnd, kaum Konkurrenz und Nahrung für Insekten
- Schnittlauch: anspruchslos und platzsparend
- Zitronenmelisse: lockt Bestäuber an und deckt den Boden
Schlechte Nachbarn:
- Minze: starke Ausläufer, die um Wasser und Nährstoffe konkurrieren
- Himbeere und Brombeere: Ausläufer und Wurzelkonkurrenz im selben Bodenhorizont
Halte außerdem 3-4 m Abstand zu großen Bäumen, damit die Kiwi genug Licht und Wasser bekommt.
Krankheiten & Schädlinge
Kiwis gelten als robust, die meisten Probleme entstehen durch falschen Standort oder falsche Pflege. Vorbeugen klappt am besten mit durchlässigem Boden, luftiger Erziehung und regelmäßigem Sommerschnitt.
- Wurzelfäule: Die Pflanze welkt trotz feuchtem Boden, die Blätter werden gelb. Sorge für Drainage und gieße nicht zu oft.
- Chlorose: Gelbe Blätter mit grünen Adern deuten auf Kalküberschuss hin. Gieße mit Regenwasser und gib einen Eisendünger.
- Grauschimmel (Botrytis): Grauer Belag auf Blüten und Früchten bei feuchtem Wetter. Entferne befallene Teile und halte die Krone licht.
- Blattläuse: Spüle sie mit dem Wasserstrahl ab oder spritze Schmierseifenlösung. Marienkäfer und Florfliegen helfen mit.
- Schnecken und Katzen: Schnecken fressen Jungpflanzen, Katzen knabbern an Trieben und Wurzeln. Ein Drahtkorb schützt die Pflanzen in den ersten Jahren.
- Kiwikrebs (Psa): Rotbraune Blattflecken mit gelbem Hof und rötlich austretender Saft an den Trieben. Die Bakterienkrankheit ist bei uns selten. Bei Verdacht wendest du dich an den Pflanzenschutzdienst deines Bundeslandes.
Beliebte Sorten
Bei Kiwis zählt neben Geschmack und Größe vor allem die Frage, ob du einen Befruchter brauchst und wie winterhart die Sorte ist.
| Sorte | Art | Besonderheit | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| ’Hayward’ | Weiblich | Große Früchte, Handelssorte, blüht spät | Milde Lagen |
| ’Jenny’ | Selbstfruchtbar | Trägt auch ohne Befruchter | Kleine Gärten |
| ’Tomuri’ | Männlich | Blüht spät, passender Partner für ‘Hayward’ | Befruchter |
| ’Matua’ | Männlich | Blüht früher, Partner für früh blühende Sorten | Befruchter |
| ’Issai’ | Selbstfruchtbar (Kiwibeere) | Kleine, glatte Früchte mit essbarer Schale, bis etwa minus 25 °C | Raue Lagen, Anfänger |
| ’Weiki’ | Weiblich (Kiwibeere) | Robust und ertragreich, braucht männlichen Partner | Raue Lagen |
Für Anfänger empfehle ich ‘Issai’ oder ‘Jenny’, weil du keine zweite Pflanze brauchst. ‘Issai’ und ‘Weiki’ gehören zur Art Actinidia arguta und unterscheiden sich im Geschmack leicht von der klassischen Kiwi.
Häufige Probleme & Tipps
Wer nur eine weibliche Kiwi pflanzt, bekommt Blüten, aber keine Früchte. Plane den Befruchter von Anfang an mit ein.
Der häufigste Anfängerfehler ist eine einzelne weibliche Pflanze ohne männlichen Befruchter. Weitere Fehler sind ein schattiger Standort, Kalk im Boden und ein Schnitt im Frühjahr, bei dem die Pflanze stark blutet.
- Partner prüfen: Achte beim Kauf auf Geschlecht und Blütezeit. Weibliche und männliche Pflanze müssen gleichzeitig blühen.
- Spätfrost abfangen: Decke den Austrieb im April und Mai bei Frostgefahr nachts mit Vlies ab.
- Junge Pflanzen schützen: Decke den Wurzelbereich in den ersten 2-3 Wintern 10-15 cm dick mit Laub oder Stroh ab und wickle den Stamm in Jute.
- Rechtzeitig schneiden: Winterschnitt im Januar oder Februar, Sommerschnitt im Juli und August. Dünge nicht nach Juli, sonst reifen die Triebe nicht aus.

Häufig gestellte Fragen
Quellen
Michael Törner
Gartenexperte und Hobbygärtner
Ich bin Michael — Gründer von Mein Gartenwissen. Hier teile ich fundiertes Wissen rund um Gemüseanbau, Pflanzenpflege, Gartengestaltung und alles, was im Garten wächst und gedeiht — immer praxisnah und verständlich aufbereitet.
Mehr über michDieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell überprüft. Enthaltene Bilder wurden mittels KI generiert. Mehr erfahren