Pak Choi
Brassica rapa subsp. chinensis
Das Wichtigste in Kürze
- Standort: Sonnig bis halbschattig, humoser Boden mit pH 6-7
- Pflanzung: Aussaat ab April direkt ins Beet, 25-30 cm Abstand
- Gießen: Gleichmäßig feucht halten, Trockenstress löst Schossen aus
- Ernte: Schon 6-8 Wochen nach der Aussaat, ganze Rosetten abschneiden
- Häufigster Fehler: Zu frühe Aussaat bei Kälte führt zu vorzeitiger Blüte
Steckbrief
| Botanischer Name | Brassica rapa subsp. chinensis |
| Familie | Kreuzblütler (Brassicaceae) |
| Herkunft | China |
| Wuchshöhe | 20-40 cm |
| Wuchsform | Rosettenbildend |
| Lebensdauer | Einjährig |
| Winterhärte | nicht winterhart |
| Giftigkeit | Ungiftig |
| Blütezeit | Juni, Juli (gelb) |
| Erntezeit | Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober |
| Vorkultur | März-April |
| Direktsaat | April-August |
| Keimtemperatur | 15-20 °C |
| Pflanzabstand | 25-30 cm · Wie viele passen ins Beet? |
| Saattiefe | 1-2 cm |
| Vermehrung | Samen |
| Fruchtfolge | 3 Jahre Anbaupause |
Pflegekalender
| Arbeit | JJan | FFeb | MMär | AApr | MMai | JJun | JJul | AAug | SSep | OOkt | NNov | DDez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Vorkultur: März bis April | ||||||||||||
| Direktsaat: April bis August | ||||||||||||
| Pflanzung: April bis August | ||||||||||||
| Blüte: Juni bis Juli | ||||||||||||
| Düngen: Mai bis September | ||||||||||||
| Ernte: Mai bis Oktober |
Beschreibung & Herkunft
Pak Choi ist ein schnellwachsendes Blattgemüse aus China und wird dort seit über 1500 Jahren angebaut. Er gehört wie Kohlrabi und Brokkoli zur Familie der Kreuzblütler, wird aber nicht als Kopf, sondern als lockere Rosette gezogen.
Typisch sind die dicken, weißen Blattstiele mit dunkelgrünen, glatten Blättern. Je nach Sorte erreicht die Rosette 20-40 cm Höhe und wiegt 300 g bis über 1 kg. In Europa ist Pak Choi seit den 1990er Jahren verbreitet und gilt als eines der einfachsten Asiagemüse für den heimischen Garten.
Standort & Boden
Pak Choi wächst am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Platz, im Hochsommer verträgt er sogar etwas Schatten, weil Hitze das Schossen fördert. Der Boden sollte humos, locker und tiefgründig sein mit einem pH-Wert von 6-7.
Da Pak Choi flach wurzelt, reagiert er empfindlich auf Staunässe und Trockenheit gleichermaßen. Eine Schicht Mulch aus Rasenschnitt oder Stroh hält die Feuchtigkeit gleichmäßig und unterdrückt Unkraut.
Ein windgeschützter Platz im Hochbeet eignet sich besonders gut, weil sich der Boden dort im Frühjahr schneller erwärmt.
Aussaat & Pflanzung
Pak Choi säst du entweder unter Glas vor oder direkt ins Beet. Direktsaat ist unkompliziert und funktioniert von April bis August hervorragend:
- Vorkultur (März-April): Samen 1-2 cm tief in Anzuchterde säen, bei 15-20 °C keimen sie in 5-10 Tagen. Nach den Eisheiligen Mitte Mai auspflanzen.
- Direktsaat (April-August): In Reihen mit 30 cm Reihenabstand säen, nach dem Auflaufen auf 25-30 cm vereinzeln.
- Saattiefe: 1-2 cm, danach angießen und feucht halten.
Für eine kontinuierliche Ernte säst du alle 3-4 Wochen eine kleine Menge nach. Die Sommersaat ab Juli ergibt besonders zuverlässige Pflanzen, weil die abnehmende Tageslänge das Schossen hemmt.
Pflege
Pak Choi braucht vor allem eins: gleichmäßige Feuchtigkeit. Trockenstress ist der häufigste Grund für vorzeitige Blütenbildung und zähe, bittere Stiele. Gieße bei Trockenheit 2-3 Mal pro Woche gründlich, im Hochbeet oder Topf bei Hitze täglich.
Als mittelstark zehrende Pflanze braucht Pak Choi eine moderate Nährstoffversorgung:
| Zeitraum | Maßnahme |
|---|---|
| Beetvorbereitung | 2-3 l Kompost pro m² einarbeiten |
| 3 Wochen nach Pflanzung | Nachdüngung mit Brennnesseljauche oder Hornspänen |
| Ab 6 Wochen vor Ernte | Keine weitere Düngung nötig |
Schneiden musst du Pak Choi nicht. Entferne nur beschädigte oder von Schädlingen befallene äußere Blätter. Im Topf achte auf mindestens 20 cm Substrattiefe und gute Drainage, Topfpflanzen trocknen deutlich schneller aus als Beetpflanzen.
Ernte & Verwendung
Die Ernte beginnt 6-8 Wochen nach der Aussaat, sobald die Rosetten gut geschlossen sind und die Stiele knackig wirken. Mini-Sorten erntest du schon nach 4-5 Wochen bei etwa 15 cm Höhe.
Schneide die ganze Rosette knapp über dem Boden ab. Alternativ kannst du nur die äußeren Blätter ernten, dann treibt die Pflanze aus dem Herzen nach und liefert 2-3 Wochen lang Nachschub. Frisch hält sich Pak Choi im Gemüsefach 3-5 Tage, eingefroren (nach kurzem Blanchieren) bis zu 6 Monate.
In der Küche ist Pak Choi vielseitig: kurz im Wok angebraten mit Knoblauch und Sojasauce, in Suppen und Currys gegart oder die zarten Blätter roh im Salat. Die Stiele brauchen 1-2 Minuten länger Garzeit als die Blätter, also zuerst in die Pfanne geben.
Mischkultur & Fruchtfolge
Pak Choi verträgt sich gut mit Blattgemüse und Hülsenfrüchten, nicht aber mit anderen Kohlarten:
- Gute Nachbarn: Salat und Radieschen nutzen den Boden flach und ergänzen sich zeitlich, Erbsen liefern Stickstoff, Dill hält Blattläuse fern
- Schlechte Nachbarn: Brokkoli, Kohlrabi und Grünkohl konkurrieren als Verwandte um dieselben Nährstoffe und ziehen dieselben Schädlinge an, Zwiebeln hemmen das Wachstum
Nach der Pak-Choi-Ernte folgst du am besten mit einer anderen Pflanzenfamilie, etwa Bohnen oder Möhren. Halte eine Anbaupause von 3 Jahren für alle Kohlarten auf derselben Fläche ein, um bodenbürtige Krankheiten zu vermeiden.
Krankheiten & Schädlinge
Die typischsten Probleme bei Pak Choi sind wie bei allen Kohlarten Schädlinge, die sich auf die Blätter stürzen:
- Erdflöhe: Kleine Schusslöcher in jungen Blättern, besonders bei trockenem Wetter. Sämlinge mit Gemüsenetz abdecken und feucht halten, Flöhe mögen keine Nässe.
- Kohlmottenschildlaus und Blattläuse: Weißlicher Belag oder Trauben kleiner Läuse an den Blattunterseiten. Mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen oder Schmierseifenlösung anwenden.
- Kohlweißling: Grüne Raupen mit Fraßschäden. Ein engmaschiges Kultur Schutznetz direkt nach der Aussaat ist die wirksamste Vorbeugung.
- Kohlhernie: Verdickte, knollige Wurzeln bei zu saurem Boden. Vorbeugend pH-Wert auf 6-7 halten und Fruchtfolge einhalten, befallene Pflanzen entsorgen.
Das Kultur Schutznetz ist die einfachste Maßnahme überhaupt: Es schützt gleichzeitig vor Erdflöhen, Kohlweißling und Kohlfliege, ganz ohne Spritzmittel.
Beliebte Sorten
| Sorte | Besonderheit | Empfehlung für |
|---|---|---|
| Mei Qing Choi | Kompakt, 20-25 cm, schossfest | Anfänger und kleine Beete |
| Joi Choi | Groß, bis 1 kg, sehr ertragreich | Hauptkultur im Sommer |
| Shanghai Green | Zarte grüne Stiele, mild | Wok und Suppen |
| Red Choi | Rotviolette Blätter, dekorativ | Salate und Blickfang im Beet |
Für den Einstieg ist Mei Qing Choi die beste Wahl: Die Sorte gilt als besonders schossfest und verzeiht kleine Pflegefehler. Red Choi bringt Farbe ins Beet und schmeckt etwas würziger.
Häufige Probleme & Tipps
Der häufigste Fehler beim Pak-Choi-Anbau ist eine zu frühe Aussaat: Erleben die Jungpflanzen mehrere Tage unter 10 °C, reagieren sie mit vorzeitiger Blüte. Warte mit der Direktsaat bis Mitte April oder nutze ein Vlies.
- Gleichmäßig gießen statt schwallartig: Wechsel zwischen nass und trocken macht die Stiele zäh und bitter.
- Kleine Mengen nachsäen: Pak Choi lässt sich schlecht lagern, lieber alle 3-4 Wochen eine Reihe frisch aussäen.
- Sommerhitze entschärfen: Bei über 28 °C hilft ein Schattiernetz oder der Halbschatten unter höherem Gemüse.
- Herbstkultur nicht vergessen: Die Augustsaat gilt als die sicherste des Jahres, weil kühle Nächte das Schossen hemmen und die Schädlinge abnehmen.

Häufig gestellte Fragen
Michael Törner
Gartenexperte und Hobbygärtner
Ich bin Michael — Gründer von Mein Gartenwissen. Hier teile ich fundiertes Wissen rund um Gemüseanbau, Pflanzenpflege, Gartengestaltung und alles, was im Garten wächst und gedeiht — immer praxisnah und verständlich aufbereitet.
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