🥕 Gemüse

Rhabarber

Rheum rhabarbarum

(aktualisiert: ) 9 Min. Lesezeit
Kräftige Rhabarberstaude mit großen grünen Blättern und roten Stielen im Gemüsebeet
KI-generiert

Das Wichtigste in Kürze

  • Pflanzung: Am besten im September oder Oktober als geteiltes Wurzelstück, die Augen 3 bis 5 cm unter die Erde setzen.
  • Standort: Sonnig bis leicht halbschattig in tiefgründigem, humusreichem, feuchtem Boden, rund 1 m² Platz pro Staude.
  • Düngen: Kompost im Herbst, Hornspäne im März und eine Kompostgabe nach der Ernte Ende Juni.
  • Ernte: Von Mitte April bis zum Johannistag am 24. Juni, pro Erntegang höchstens ein Drittel bis die Hälfte der Stiele.
  • Häufigster Fehler: Zu frühe oder zu lange Ernte. Im Pflanzjahr kaum ernten und keine Stiele bis in den Juli ziehen.

Steckbrief

☀️
Licht
Sonnig
💧
Wasser
Hoch
🌱
Nährstoffe
Hoch
🧑‍🌾
Pflege
Einfach
Botanischer Name Rheum rhabarbarum
Familie Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Herkunft Zentralasien (Sibirien, Mongolei, Nordchina)
Wuchshöhe 60-200 cm
Wuchsform Buschig
Lebensdauer Mehrjährig
Winterhärte 3
Giftigkeit Schwach giftig ⚠️ Die Blätter enthalten viel Oxalsäure und sind nicht zum Verzehr geeignet. Die Stiele nur gegart und in üblichen Mengen essen.
Blütezeit Mai, Juni (cremeweiß)
Erntezeit April, Mai, Juni
Vorkultur März-April
Direktsaat April-Mai
Keimtemperatur 12-18 °C
Pflanzabstand 100-150 cm · Wie viele passen ins Beet?
Saattiefe 1-2 cm
Vermehrung Teilung, Samen
Fruchtfolge 5 Jahre Anbaupause

Pflegekalender

Pflegekalender Rhabarber: Welche Arbeiten in welchem Monat anstehen
ArbeitJFMAMJJASOND
Vorkultur: März bis April
Direktsaat: April bis Mai
Pflanzung: März bis April und September bis Oktober
Blüte: Mai bis Juni
Düngen: Februar bis März, Juni und Oktober bis November
Ernte: April bis Juni

Beschreibung & Herkunft

Rhabarber ist eine winterharte Staude aus der Familie der Knöterichgewächse, die du 8 bis 10 Jahre am selben Platz beernten kannst. Botanisch gesehen ist er ein Gemüse, auch wenn er in der Küche meist wie Obst verwendet wird. Gegessen werden ausschließlich die Blattstiele.

Ursprünglich stammt die Gattung Rheum aus Zentralasien, vor allem aus Sibirien, der Mongolei und Nordchina. Dort wurde sie lange als Heilpflanze genutzt. Nach Mitteleuropa kam Rhabarber als Gemüsepflanze erst im 18. und 19. Jahrhundert, zunächst über England. Heute kultivieren wir fast ausschließlich Hybridformen.

Erkennen kannst du Rhabarber an den riesigen, gewellten Blättern mit bis zu 60 cm Durchmesser und den fleischigen, grünen bis kräftig roten Stielen. Im Mai schiebt die Pflanze einen bis zu 2 m hohen Blütenstand mit cremeweißen Rispen. Im Winter zieht die Staude komplett ein und überdauert mit einem kräftigen Wurzelstock.

Standort & Boden

Rhabarber wächst am besten an einem sonnigen bis leicht halbschattigen Platz in tiefgründigem, humusreichem und gleichmäßig feuchtem Boden. In voller Sonne bildet er die meisten Stiele, lichter Schatten am Nachmittag wird aber gut vertragen und verhindert im Hochsommer schlappe Blätter.

Der ideale Boden für Rhabarber:

  • tiefgründig gelockert, mindestens 50 cm (die Wurzeln reichen weit nach unten)
  • humos und nährstoffreich, gern mit reichlich Kompost verbessert
  • pH-Wert zwischen 5,5 und 7
  • feucht, aber durchlässig (Staunässe führt zu Fäulnis am Wurzelstock)

Plane viel Platz ein: Eine ausgewachsene Staude beansprucht rund 1 m². Da Rhabarber jahrelang an derselben Stelle bleibt, eignet sich ein Randbeet oder eine Ecke im Nutzgarten besser als die Mitte eines Gemüsebeets, wo er die Fruchtfolge blockiert.

Typischer Standortfehler ist ein zu schattiger Platz unter Bäumen. Dort treibt Rhabarber dünne, lange Stiele und konkurriert mit Baumwurzeln um Wasser. Ebenso ungünstig sind verdichtete Lehmböden ohne Drainage: Hier hilft es, das Pflanzloch großzügig auszuheben und mit Kompost und etwas Sand aufzufüllen.

Aussaat & Pflanzung

Rhabarber pflanzt du am einfachsten als geteiltes Wurzelstück im Herbst: September und Oktober sind der beste Zeitpunkt. Die Pflanzen wurzeln dann vor dem Frost ein und treiben im nächsten Frühjahr kräftig aus. Alternativ kannst du Rhabarber im März oder April pflanzen.

So gehst du bei der Pflanzung vor:

  1. Pflanzloch etwa 50 × 50 cm groß und 40 cm tief ausheben.
  2. Aushub mit 5 bis 10 Litern reifem Kompost oder gut verrottetem Mist vermischen.
  3. Wurzelstück so einsetzen, dass die Knospen (Augen) 3 bis 5 cm unter der Erdoberfläche liegen.
  4. Erde andrücken und kräftig angießen.
  5. Pflanzabstand von 100 bis 150 cm zu anderen Pflanzen einhalten.

Rhabarber säen ist möglich, aber langwieriger. Die Samen legst du ab März in Anzuchttöpfe, etwa 1 bis 2 cm tief, bei 12 bis 18 °C. Ab Ende April kannst du auch direkt ins Freiland säen. Sämlinge sind jedoch nicht sortenecht und brauchen zwei bis drei Jahre bis zur ersten nennenswerten Ernte. Für Hobbygärtner lohnt sich deshalb meist der Kauf einer Jungpflanze oder ein Teilstück vom Nachbarn.

Pflege

Rhabarber ist pflegeleicht, braucht aber viel Wasser und Nährstoffe, um kräftige Stiele zu bilden. Als Starkzehrer entzieht er dem Boden jedes Jahr große Mengen Stickstoff.

Gießen: Halte den Boden vor allem während des Austriebs und der Ernte von April bis Juni gleichmäßig feucht. Bei Trockenheit gießt du lieber zweimal pro Woche durchdringend mit 10 bis 20 Litern pro Pflanze statt täglich ein wenig. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub hält die Feuchtigkeit im Boden.

Düngen: Die wichtigste Düngergabe erfolgt im Herbst oder zeitigen Frühjahr.

ZeitpunktDüngerMenge
Herbst (Oktober/November)Reifer Kompost oder Mist3-5 l pro Pflanze
Frühjahr (März)Hornspäneca. 100 g pro Pflanze
Nach der Ernte (Ende Juni)Kompost oder organischer Volldünger2-3 l Kompost

Blüten entfernen: Brich Blütenstände frühzeitig direkt an der Basis heraus. Die Blüte kostet viel Energie, die sonst in die Stiele fließt.

Verjüngen: Nach 8 bis 10 Jahren lässt die Wuchskraft nach. Dann gräbst du den Wurzelstock im Herbst aus, teilst ihn mit dem Spaten in faustgroße Stücke mit je zwei bis drei Knospen und pflanzt sie an einem neuen Standort.

Rhabarber im Topf: Im Kübel brauchst du mindestens 40 bis 60 Liter Volumen. Das Substrat trocknet deutlich schneller aus, daher im Sommer fast täglich gießen. Im Winter den Topf mit Vlies umwickeln und auf eine Holzplatte stellen, damit der Wurzelballen nicht durchfriert.

Ernte & Verwendung

Rhabarber erntest du von Mitte April bis zum Johannistag am 24. Juni. Im ersten Standjahr solltest du gar nicht oder nur sehr zurückhaltend ernten, damit die Pflanze sich etabliert. Ab dem zweiten Jahr kannst du regelmäßig zugreifen.

Erntereif sind die Stiele, wenn sich die Blätter vollständig entfaltet haben und die Stiele fest und glatt sind. Fasse den Stiel an der Basis, drehe ihn leicht und ziehe ihn seitlich ab. Nicht abschneiden, denn Schnittreste faulen leicht. Nimm pro Erntegang höchstens ein Drittel bis die Hälfte der Stiele, damit genug Blattmasse stehen bleibt.

⚠️
Achtung

Rhabarberblätter enthalten viel Oxalsäure und gehören nicht in den Kochtopf. Schneide sie direkt nach der Ernte ab und gib sie auf den Kompost oder als Mulch unter die Staude.

Frische Stiele halten sich in ein feuchtes Tuch gewickelt etwa eine Woche im Gemüsefach. Zum Einfrieren schneidest du sie in Stücke, sie halten dann rund zehn Monate. Auch Einkochen als Kompott funktioniert gut.

In der Küche passt Rhabarber zu Kompott, Streuselkuchen und Marmelade, besonders in Kombination mit Erdbeeren, die die Säure abmildern. Herzhaft schmeckt er als Chutney zu Käse oder Geflügel. Tipp: Kombiniere ihn mit kalziumreichen Zutaten wie Quark oder Sahne, das bindet einen Teil der Oxalsäure.

Mischkultur & Fruchtfolge

Rhabarber verträgt sich gut mit niedrig wachsenden Kulturen, die mit seinem Halbschatten zurechtkommen. Da er über Jahre am selben Platz steht, ist die Mischkultur vor allem am Rand der Staude interessant.

Gute Nachbarn für Rhabarber:

  • Salat und Spinat: Wachsen schnell im Frühjahr, bevor die großen Blätter den Platz beschatten. Spinat kannst du im zeitigen Frühjahr direkt zwischen den austreibenden Stauden säen.
  • Knoblauch: Soll mit seinen Duftstoffen Schädlinge fernhalten und braucht wenig Platz. Stecke Knoblauch im Herbst in Reihen um die Staude.
  • Buschbohnen: Reichern den Boden mit Stickstoff an, von dem der Starkzehrer profitiert.
  • Kohlarten wie Kohlrabi und Brokkoli teilen die Vorliebe für nährstoffreichen, feuchten Boden.

Als ungünstige Nachbarn gelten Erbsen und Rote Bete. Sie leiden unter der starken Beschattung und der Nährstoff- und Wasserkonkurrenz durch den kräftigen Wurzelstock.

Zur Fruchtfolge: Pflanze Rhabarber nach dem Umsetzen erst wieder nach mindestens fünf Jahren an dieselbe Stelle. Den frei gewordenen, gut gedüngten Boden nutzt du danach ideal für Schwachzehrer wie Kräuter, Radieschen oder Feldsalat.

Krankheiten & Schädlinge

Rhabarber ist robust, und die meisten Probleme lassen sich durch einen gut durchlässigen Boden und ausreichend Abstand vermeiden. Diese Krankheiten und Schädlinge treten am häufigsten auf:

  • Blattfleckenkrankheit: Runde, braune bis rötliche Flecken auf den Blättern, später mit hellem Zentrum. Befallene Blätter frühzeitig entfernen und nicht auf den Kompost geben. Vorbeugend reicht es, die Pflanzen nicht über die Blätter zu gießen und genug Abstand einzuhalten.
  • Wurzel- und Kronenfäule: Die Stiele werden weich, braun und fallen um, der Wurzelstock riecht faulig. Ursache ist fast immer Staunässe. Stark befallene Pflanzen ausgraben und entsorgen, gesunde Teilstücke an einem trockeneren Standort neu setzen.
  • Ampferblattkäfer: Kleine, metallisch grüne Käfer und ihre Larven fressen Löcher in die Blätter. Bei geringem Befall absammeln, Ampfer in der Umgebung entfernen, da er als Wirtspflanze dient.
  • Schnecken: Fressen im Frühjahr an den jungen Austrieben. Abends absammeln, Schneckenkragen oder Schneckenzaun helfen. Mulch erst ausbringen, wenn die Pflanzen kräftig genug sind.

Chemische Mittel sind bei Rhabarber praktisch nie nötig. Eine gesunde Staude verkraftet leichten Blattbefall problemlos, solange du nach der Ernte düngst.

Beliebte Sorten

Rhabarbersorten unterscheiden sich vor allem in Stielfarbe, Säuregehalt und Ertrag. Rotfleischige Sorten schmecken meist milder, grünfleischige bringen mehr Menge.

SorteBesonderheitEmpfehlung für
Holsteiner BlutRote Stiele, rotes Fruchtfleisch, mild-aromatisch, kompaktAnfänger, Kübel
Frambozen Rood„Himbeerrhabarber“, sehr säurearm, feines AromaKuchen und Rohkost-Liebhaber
GoliathGrünfleischig, sehr dicke Stiele, hoher ErtragGroße Gärten, Einkochen
VictoriaGrüne, rot überlaufene Stiele, kräftig-säuerlich, robustKlassisches Kompott
LivingstoneTreibt im Spätsommer erneut aus, zweite Ernte möglichLängere Erntesaison

Für Anfänger ist ‘Holsteiner Blut’ die sichere Wahl: Die Sorte ist wüchsig, verträgt auch Kübelhaltung und liefert mild schmeckende Stiele, die beim Kochen ihre rote Farbe behalten. Wer auf geringe Säure Wert legt, greift zu ‘Frambozen Rood’. ‘Livingstone’ ist eine Besonderheit, weil sie nach einer Sommerpause ab August ein zweites Mal beerntet werden kann.

Häufige Probleme & Tipps

Die meisten Probleme beim Rhabarber entstehen durch zu frühe oder zu lange Ernte. Wer im Pflanzjahr schon kräftig erntet oder bis in den Juli hinein Stiele zieht, schwächt die Staude nachhaltig: Die Stiele werden von Jahr zu Jahr dünner.

Praxis-Tipps, die den Unterschied machen:

  • Nach der Ernte düngen: Die Kompostgabe Ende Juni ist die Grundlage für die Ernte im nächsten Jahr.
  • Rhabarber treiben: Stülpe im Februar einen großen Eimer oder Treibtopf über die Staude. Die Stiele erscheinen zwei bis drei Wochen früher und sind zarter.
  • Dünne Stiele: Deuten auf Nährstoffmangel, Trockenheit oder eine überalterte Pflanze hin. Dann düngen, mulchen oder die Staude im Herbst teilen.
  • Grüne statt rote Stiele: Die Farbe hängt von Sorte und Temperatur ab, nicht von der Reife. Auch grüne Stiele sind essbar.

Saisonal gilt: Im Februar/März düngen und bei Bedarf treiben, von April bis Juni ernten und Blüten entfernen, im Herbst Kompost geben und bei Bedarf teilen. Winterschutz braucht Rhabarber im Beet nicht: Frost fördert sogar den kräftigen Austrieb im Frühjahr.

Rhabarber: Infografik
KI-generiert

Häufig gestellte Fragen

Quellen

MT

Michael Törner

Gartenexperte und Hobbygärtner

Ich bin Michael — Gründer von Mein Gartenwissen. Hier teile ich fundiertes Wissen rund um Gemüseanbau, Pflanzenpflege, Gartengestaltung und alles, was im Garten wächst und gedeiht — immer praxisnah und verständlich aufbereitet.

Mehr über mich

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell überprüft. Enthaltene Bilder wurden mittels KI generiert. Mehr erfahren