Spargel
Asparagus officinalis
Das Wichtigste in Kürze
- Standort: Vollsonnig, windgeschützt, sandiger Boden mit pH 6-7 und mindestens 40 cm lockerer Tiefe.
- Pflanzung: Wurzelstöcke von Ende März bis Mai setzen, 40-50 cm Abstand, Reihenabstand 1,2-1,5 m.
- Gießen: Im Sommer bei Trockenheit einmal pro Woche durchdringend gießen, etwa 15-20 l pro m².
- Ernte: Ab dem dritten Standjahr voll ernten, Stechende ist der 24. Juni (Johannistag).
- Häufigster Fehler: Zu früh und zu lange ernten schwächt den Wurzelstock und mindert die Erträge.
Steckbrief
| Botanischer Name | Asparagus officinalis |
| Familie | Spargelgewächse (Asparagaceae) |
| Herkunft | Europa, Nordafrika, Westasien |
| Wuchshöhe | 100-180 cm |
| Wuchsform | Aufrecht |
| Lebensdauer | Mehrjährig |
| Winterhärte | 4a |
| Giftigkeit | Schwach giftig ⚠️ Die roten Beeren der weiblichen Pflanzen sind für Menschen, Hunde und Katzen giftig. |
| Blütezeit | Mai, Juni (grünlich-gelb) |
| Erntezeit | April, Mai, Juni |
| Vorkultur | Februar-März |
| Direktsaat | April-Mai |
| Keimtemperatur | 20-25 °C |
| Pflanzabstand | 40-50 cm · Wie viele passen ins Beet? |
| Saattiefe | 1-2 cm |
| Vermehrung | Samen, Teilung |
| Fruchtfolge | 8 Jahre Anbaupause |
Pflegekalender
| Arbeit | JJan | FFeb | MMär | AApr | MMai | JJun | JJul | AAug | SSep | OOkt | NNov | DDez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Vorkultur: Februar bis März | ||||||||||||
| Direktsaat: April bis Mai | ||||||||||||
| Pflanzung: März bis Mai | ||||||||||||
| Blüte: Mai bis Juni | ||||||||||||
| Düngen: März und Juni bis Juli | ||||||||||||
| Schnitt: Oktober bis November | ||||||||||||
| Ernte: April bis Juni |
Beschreibung & Herkunft
Spargel (Asparagus officinalis) ist eine mehrjährige Staude aus der Familie der Spargelgewächse, von der du die jungen Sprosse als Gemüse erntest. Ein gut gepflegtes Beet liefert 10-15 Jahre lang Erträge.
Die Wildform wächst vom Mittelmeerraum über Mitteleuropa bis nach Westasien. Schon Griechen und Römer kultivierten Spargel, in Deutschland verbreitete er sich über Klostergärten im Mittelalter. Heute gelten Regionen wie Beelitz, Schwetzingen und Nienburg als bekannte Anbaugebiete.
Unter der Erde sitzt ein Wurzelstock mit fleischigen Speicherwurzeln, die bis zu 1,5 m tief reichen. Aus ihm treiben ab April die essbaren Stangen. Lässt du sie wachsen, entwickelt sich bis zum Sommer ein 1-1,8 m hohes, feines, farnartiges Laub. Die nadelartigen Teile sind botanisch keine Blätter, sondern umgewandelte Sprosse. Spargel ist zweihäusig: Weibliche Pflanzen tragen im Herbst rote Beeren, männliche bilden meist mehr und dickere Stangen.
Standort & Boden
Spargel braucht einen vollsonnigen, windgeschützten Platz mit tiefgründigem, sandigem bis sandig-lehmigem Boden. Der Untergrund muss mindestens 40 cm tief locker und frei von Verdichtungen sein. Der ideale pH-Wert liegt bei 6-7. Liegt er unter 5,5, hilft eine Kalkgabe im Herbst.
Staunässe ist der häufigste Standortfehler, denn stehendes Wasser lässt die Wurzelstöcke faulen. Auf schwerem Lehmboden baust du Spargel deshalb besser im Damm oder im Hochbeet mit mindestens 40 cm Füllhöhe an.
Bereite das Beet im Herbst vor:
- Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch restlos entfernen
- Boden spatentief lockern
- 3-5 l reifen Kompost pro m² einarbeiten
Plane den Platz für viele Jahre fest ein. Wähle keine Stelle unter Bäumen und keine Fläche, auf der in den letzten 8 Jahren Spargel stand.
Aussaat & Pflanzung
Am einfachsten pflanzt du ein- bis zweijährige Wurzelstöcke (Spargelkronen) von Ende März bis Mai, sobald der Boden frostfrei ist und mindestens 10 °C hat. Der Pflanzabstand in der Reihe beträgt 40-50 cm, der Reihenabstand 1,2-1,5 m.
So gehst du Schritt für Schritt vor:
- Einen Graben von 30 cm Tiefe und 40 cm Breite ausheben.
- Auf die Sohle 5 cm Kompost geben und in der Mitte einen kleinen Wall formen.
- Die Kronen mit den Knospen nach oben auf den Wall setzen und die Wurzeln nach allen Seiten ausbreiten.
- Mit 8-10 cm Erde bedecken, andrücken und angießen.
- Den Graben im Sommer nach und nach auffüllen, sobald die Triebe wachsen, bis die Fläche eben ist.
Wer aus Samen startet, weicht sie 24 Stunden in Wasser ein und sät von Februar bis März 1-2 cm tief in Töpfe. Bei 20-25 °C keimen sie nach 2-4 Wochen. Die Jungpflanzen kommen im Mai ins Beet. Das kostet ein Jahr Zeit, ist aber die günstigste Methode. Eine Direktaussaat ist von April bis Mai möglich, verlangt aber ein besonders unkrautfreies Beet.
Pflege
Spargel ist pflegeleicht, wenn du drei Dinge beachtest: gleichmäßige Feuchte, Nährstoffe nach der Ernte und unversehrtes Laub bis zum Herbst. Im Anwuchsjahr hältst du den Boden stets leicht feucht. Später reichen die tiefen Wurzeln meist aus, nur bei Trockenheit im Sommer gießt du einmal pro Woche durchdringend mit etwa 15-20 l pro m². Eine Mulchschicht von 5 cm hält die Feuchte im Boden und unterdrückt Unkraut.
Hacke Unkraut nur flach, denn die Speicherwurzeln liegen nicht tief unter der Oberfläche. Für den Nährstoffbedarf gilt dieser Plan:
| Zeitraum | Dünger | Menge pro m² |
|---|---|---|
| März | Reifer Kompost | 3-4 l |
| Ende Juni, nach Ernteende | Hornspäne plus Kompost | 50-80 g plus 2 l |
| Juli | Zweite Nachdüngung nach Bedarf | 30-50 g Hornspäne |
Nach Ende Juli düngst du nicht mehr, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen. Das Kraut lässt du nach der Ernte bis zum Herbst stehen. Es füllt die Speicherwurzeln für das nächste Jahr, und die Pflanze braucht es für ihre Stärke. Stütze es bei Wind mit Schnur und Pfählen. Sobald das Laub im Oktober gelb wird, schneidest du es 5 cm über dem Boden ab.
Im Topf oder Kübel gießt du häufiger, etwa alle 2-3 Tage im Sommer, und düngst mit flüssigem Bio-Dünger alle 3-4 Wochen bis Juli. Im Freiland reichen die Gaben aus dem Plan.
Decke das Beet im Februar mit schwarzer Folie oder Vlies ab. Der Boden erwärmt sich schneller, die Ernte beginnt 1-2 Wochen früher, und Spätfrost schadet den Trieben weniger.
Ernte & Verwendung
Geerntet wird von April bis zum 24. Juni (Johannistag), danach lässt du die Pflanze austreiben. Dein Erntefahrplan hängt vom Standjahr ab: Im Pflanzjahr erntest du nichts, im zweiten Jahr 2-3 Wochen, ab dem dritten Jahr 6-8 Wochen.
Weißen Spargel stichst du mit dem Spargelmesser, sobald die Spitze den 25-30 cm hohen Erdwall anhebt oder aufreißt. Grünen Spargel erntest du bei 18-22 cm Länge mit noch fest geschlossenen Köpfen, ohne Damm. Am besten erntest du morgens, wenn der Boden noch kühl ist.
So lagerst du die Stangen:
- Frisch: Weißen Spargel in ein feuchtes Tuch wickeln, im Kühlschrank 2-3 Tage haltbar
- Grünen Spargel aufrecht in ein Glas mit Wasser stellen, 3-4 Tage haltbar
- Eingefroren: Grüne Stangen 2-3 Minuten blanchieren, weiße vorher schälen, bis zu 10 Monate haltbar
In der Küche kochst du weißen Spargel 10-15 Minuten in Salzwasser mit etwas Zucker und Butter, dazu passen neue Kartoffeln und Sauce Hollandaise. Grüner Spargel gart in 5-8 Minuten in der Pfanne oder im Ofen bei 200 °C. Aus den Schalen und Enden kochst du eine aromatische Suppe.
Mischkultur & Fruchtfolge
Spargel ist ein Dauergast im Beet, deshalb pflanzt du nur in die Zwischenreihen Gemüse mit flachen Wurzeln und geringem Nährstoffbedarf. Gute Nachbarn sind:
- Tomaten: Ihr Duft hält das Spargelhähnchen fern, umgekehrt schützt Spargel die Tomaten vor Fadenwürmern
- Petersilie: flache Wurzeln, stört nicht und hält den Boden bedeckt
- Erdbeeren: geringer Platzbedarf, gut verträglich in den Reihen
- Salat, Radieschen und Spinat: kurze Kulturen, die bis zur Spargelernte abgeerntet sind
Schlecht vertragen sich Spargel und Zwiebelgewächse wie Zwiebeln, Knoblauch und Lauch. Sie hemmen das Wachstum gegenseitig. Kartoffeln konkurrieren um Nährstoffe und Wasser und locken Pilzkrankheiten an.
Eine klassische Fruchtfolge gibt es bei Spargel nicht, weil die Kultur 10-15 Jahre am selben Ort steht. Danach brauchst du eine Anbaupause von mindestens 8 Jahren, besser 10, sonst tritt Spargelmüdigkeit auf. Auf der freien Fläche wachsen danach Kohl, Kürbis oder Bohnen gut.
Krankheiten & Schädlinge
Die meisten Probleme beim Spargel entstehen durch Staunässe und Hygienefehler, nicht durch mangelnde Pflege. Diese vier treten am häufigsten auf:
- Spargelrost: Orange bis rostbraune Pusteln auf dem Kraut ab Hochsommer, danach vorzeitiges Vergilben. Befallenes Kraut im Herbst vollständig entfernen und über die Restmülltonne entsorgen. Rosttolerante Sorten wie Mary Washington senken das Risiko.
- Fusarium-Fußkrankheit: Kümmerwuchs, braune Stangenfüße und abgestorbene Wurzeln. Es gibt keine Bekämpfung. Vorbeugend hilft ein gut durchlässiger Boden und gesundes Pflanzgut.
- Spargelhähnchen: Der rot-blauschwarze Käfer und seine grauen Larven fressen Stangen und Laub. Absammeln, beim ersten Auftreten täglich kontrollieren. Mischkultur mit Tomaten schreckt sie ab.
- Spargelfliege: Ihre Maden fressen im Stängelinneren, die Triebe welken. Ab Mai ein Kulturschutznetz über das Beet spannen.
Hausmittel wie Brennnesseljauche stärken die Pflanzen, ersetzen aber keine Hygiene. Zugelassene Pflanzenschutzmittel setzt du nur als letzte Möglichkeit ein und beachtest die Packungsangaben genau.
Beliebte Sorten
Für den Hobbygarten empfehlen sich robuste, ertragreiche Sorten, die als Weiß- und Grünspargel funktionieren. Viele moderne Hybriden sind rein männlich und bilden keine Beeren.
| Sorte | Besonderheit | Empfehlung für |
|---|---|---|
| Gijnlim | früh, dicke Stangen, hoher Ertrag | Einsteiger, frühe Ernte |
| Backlim | gleichmäßige Stangen, verlässlicher Ertrag | Ertragsorientierte |
| Huchels Alpha | bewährte deutsche Sorte, aromatisch | Hobbygarten, Weißspargel |
| Ravel | kräftiger Wuchs, ertragreich | Grünspargel |
| Mary Washington | alte Sorte, rosttolerant | Grünspargel, Naturgarten |
Anfängern empfehle ich Gijnlim: Die Sorte treibt zuverlässig aus, bringt früh Ertrag und verzeiht kleine Pflegefehler. Wer Weißspargel ohne viel Aufwand will, greift zu Huchels Alpha.
Häufige Probleme & Tipps
Die meisten Fehler entstehen bei der Ernte und beim Laub. Wer zu früh oder zu lange erntet, schwächt den Wurzelstock, und die Stangen bleiben dünn. Halte dich an den Fahrplan: nichts im Pflanzjahr, 2-3 Wochen im zweiten Jahr, danach maximal bis zum 24. Juni.
Dünne Stangen haben meist drei Ursachen: zu wenig Dünger nach der Ernte, zu früh abgeschnittenes Kraut oder zu flach gepflanzte Kronen. Gelbes Kraut im August deutet auf Spargelrost oder zu viel Nässe hin.
Diese Tipps bringen den größten Unterschied:
- Nach der Ernte sofort nachdüngen, nicht erst im Herbst
- Junge Triebe bei Spätfrost im April mit Vlies schützen
- Damm nach der Ernte abtragen und den Boden lockern
- Im Herbst erst schneiden, wenn das Laub vollständig gelb ist
Die roten Beeren an weiblichen Pflanzen sind giftig. Entferne sie bei Kindern oder Haustieren im Garten rechtzeitig oder wähle rein männliche Sorten.

Häufig gestellte Fragen
Michael Törner
Gartenexperte und Hobbygärtner
Ich bin Michael — Gründer von Mein Gartenwissen. Hier teile ich fundiertes Wissen rund um Gemüseanbau, Pflanzenpflege, Gartengestaltung und alles, was im Garten wächst und gedeiht — immer praxisnah und verständlich aufbereitet.
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