🥕 Gemüse

Lauch

Allium porrum

(aktualisiert: ) 9 Min. Lesezeit
Reihe ausgewachsener Lauchpflanzen mit angehäufelten weißen Schäften und blaugrünen Blättern im Gemüsebeet neben Möhren
KI-generiert

Das Wichtigste in Kürze

  • Pflanzung: Sommerlauch ab Mitte April, Herbstlauch im Mai und Juni, Winterlauch bis spätestens Ende Juli setzen.
  • Standort: Vollsonnig mit mindestens sechs Stunden Sonne am Tag, tiefgründiger, humoser und gleichmäßig feuchter Boden.
  • Düngen: 60-80 g Hornspäne pro Quadratmeter bei der Pflanzung, etwa sechs Wochen später eine zweite Gabe.
  • Anhäufeln: Ab etwa vier Wochen nach der Pflanzung alle drei bis vier Wochen 5-10 cm hoch Erde anziehen.
  • Schädlinge: Kulturschutznetz direkt nach der Pflanzung auflegen, es schützt am zuverlässigsten vor Lauchmotte und Minierfliege.

Steckbrief

☀️
Licht
Sonnig
💧
Wasser
Mittel
🌱
Nährstoffe
Hoch
🧑‍🌾
Pflege
Einfach
Botanischer Name Allium porrum
Familie Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Herkunft Östlicher Mittelmeerraum, Vorderasien
Wuchshöhe 40-150 cm
Wuchsform Aufrecht
Lebensdauer Zweijährig
Winterhärte 6b
Giftigkeit Schwach giftig ⚠️ Für Menschen ein wertvolles Gemüse, für Hunde, Katzen und Pferde jedoch giftig: Die enthaltenen Schwefelverbindungen können rote Blutkörperchen schädigen.
Blütezeit Juni, Juli, August (weiß bis hellviolett)
Erntezeit Juli, August, September, Oktober, November, Dezember, Januar, Februar, März
Vorkultur Januar-April
Direktsaat März-Mai
Keimtemperatur 15-20 °C
Pflanzabstand 15-20 cm · Wie viele passen ins Beet?
Saattiefe 1 cm
Vermehrung Samen
Fruchtfolge 3 Jahre Anbaupause

Pflegekalender

Pflegekalender Lauch: Welche Arbeiten in welchem Monat anstehen
ArbeitJFMAMJJASOND
Vorkultur: Januar bis April
Direktsaat: März bis Mai
Pflanzung: April bis Juli
Blüte: Juni bis August
Ernte: Juli bis März

Beschreibung & Herkunft

Lauch, auch Porree genannt, ist ein zweijähriges Zwiebelgewächs, das wegen seines langen, weißen Schafts angebaut wird. Botanisch gehört Allium porrum zu den Amaryllisgewächsen und ist eng mit Zwiebel, Knoblauch und Schnittlauch verwandt. Viele Botaniker führen ihn heute als Kulturform des Ackerlauchs (Allium ampeloprasum).

Die Wildform stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und Vorderasien. Schon die alten Ägypter bauten Lauch an. Die Römer brachten ihn über die Alpen, und spätestens in den mittelalterlichen Klostergärten war er in Mitteleuropa fest etabliert.

Anders als die Zwiebel bildet Lauch keine Knolle. Er bildet einen Scheinstamm aus ineinandergeschobenen Blattscheiden. Die flachen, bandförmigen Blätter sind 3-5 cm breit und fächerartig in zwei Reihen angeordnet. Je nach Sorte sind sie hellgrün bis kräftig blaugrün. Lässt du eine Pflanze überwintern, schiebt sie im zweiten Jahr einen bis zu 1,5 m hohen Blütenschaft. Er trägt eine kugelige Dolde, die Bienen und Hummeln gerne besuchen.

Standort & Boden

Lauch braucht einen sonnigen, offenen Standort und einen tiefgründigen, humosen Boden, der gleichmäßig feucht bleibt. An einem vollsonnigen Platz mit mindestens sechs Stunden Sonne am Tag bildet er die dicksten Schäfte. Halbschatten verträgt er zwar, die Stangen bleiben dort aber spürbar dünner.

Ideal ist ein lehmig-humoser Boden mit einem pH-Wert von 6,0-7,5. Lauch ist ein Starkzehrer. Arbeite deshalb im Frühjahr 3-4 Liter reifen Kompost pro Quadratmeter ein. Gut verrotteter Mist aus dem Vorjahr ist ebenfalls geeignet. Frischer Mist gehört nicht ins Lauchbeet, weil er Fäulnis und Schädlinge fördert.

Typische Standortfehler und wie du sie vermeidest:

  • Verdichteter Boden: Die Wurzeln reichen bis 40 cm tief. Lockere das Beet vor der Pflanzung deshalb spatentief.
  • Staunässe: Nasse, schwere Böden begünstigen Fäulnis im Winter. Hier helfen Sand oder ein leicht erhöhtes Beet.
  • Sandboden ohne Humus: Er trocknet schnell aus, und der Lauch schießt oder bleibt dünn. Mulch und Kompost gleichen das aus.

Im Hochbeet gedeiht Lauch hervorragend, weil die Erde dort locker und nährstoffreich ist.

Aussaat & Pflanzung

Lauch wird fast immer vorgezogen und als Jungpflanze gesetzt. Der Aussaattermin hängt davon ab, wann du ernten möchtest.

LauchtypAussaat (Vorkultur)PflanzungErnte
SommerlauchJanuar-FebruarMitte April-MaiJuli-September
HerbstlauchMärzMai-JuniSeptember-November
WinterlauchAprilMitte Juni-JuliOktober-März

So gehst du bei Aussaat und Pflanzung vor:

  1. Säe den Samen 1 cm tief in Anzuchterde, bei 15-20 °C. Nach 10-14 Tagen erscheinen die ersten Keimlinge.
  2. Stelle die Sämlinge nach dem Auflaufen heller und kühler, bei etwa 12-15 °C. So werden sie kompakt.
  3. Alternativ säst du ab März direkt in ein Saatbeet im Freien und pflanzt später um.
  4. Pflanze aus, sobald die Jungpflanzen bleistiftdick und 15-20 cm hoch sind. Das dauert meist 8-10 Wochen.
  5. Stich mit einem Pflanzholz 15 cm tiefe Löcher. Halte 15-20 cm Abstand in der Reihe und 30-40 cm zwischen den Reihen.
  6. Setze je eine Pflanze ins Loch. Fülle das Loch nicht mit Erde, sondern gieße es nur kräftig ein. Die Erde rieselt mit der Zeit von selbst nach.

Lauch verträgt leichte Fröste. Für Sommerlauch musst du deshalb nicht bis zu den Eisheiligen warten.

Pflege

Lauch zu pflegen heißt vor allem: gleichmäßig gießen, zweimal nachdüngen und regelmäßig anhäufeln.

Gießen: Halte den Boden gleichmäßig feucht, besonders von Juni bis August. Gieße bei Trockenheit ein- bis zweimal pro Woche durchdringend mit etwa 10-15 Litern pro Quadratmeter. Häufige kleine Wassergaben sind weniger wirksam. Eine Mulchschicht aus Grasschnitt hält die Feuchtigkeit im Boden. Ab Oktober musst du Winterlauch kaum noch gießen.

Düngen: Zusätzlich zur Kompostgabe bei der Beetvorbereitung braucht Lauch organischen Stickstoff. Streue dafür 60-80 g Hornspäne pro Quadratmeter bei der Pflanzung. Etwa sechs Wochen später folgt eine zweite Gabe, zum Beispiel verdünnte Brennnesseljauche im Verhältnis 1:10. Bei Winterlauch beendest du die Stickstoffdüngung Anfang September. Späte Gaben machen das Gewebe weich und frostanfällig.

Anhäufeln: Das Anhäufeln sorgt für einen langen, weißen Schaft. Ziehe ab etwa vier Wochen nach der Pflanzung alle drei bis vier Wochen Erde an die Pflanzen, jeweils 5-10 cm hoch. Achte darauf, dass keine Erde in die Blattachseln rieselt. Dort setzt sie sich fest und knirscht später beim Essen.

Unkraut: Lauch wirft kaum Schatten und wird deshalb leicht von Unkraut überwuchert. Regelmäßiges Hacken lockert zugleich den Boden.

Lauch im Topf: Eine Kultur im Kübel ist möglich, lohnt sich aber nur in großen Gefäßen. Der Topf sollte mindestens 30 cm tief sein und etwa 10 Liter fassen. Im Topf musst du deutlich öfter gießen, im Sommer oft täglich. Außerdem düngst du alle drei Wochen flüssig nach.

💡
Praxis-Tipp

Statt anzuhäufeln kannst du im Juli Papprollen von Küchenpapier über die Schäfte stülpen. Sie bleichen den Schaft ebenfalls und halten ihn sauber, praktisch vor allem im Hochbeet.

Ernte & Verwendung

Lauch ist erntereif, sobald der Schaft 2-4 cm dick ist. Je nach Typ ist das etwa 12-20 Wochen nach der Pflanzung der Fall. Lockere die Erde mit einer Grabegabel und ziehe die Stange heraus. Reißt du sie ohne Vorbereitung heraus, bricht sie oft ab.

Winterlauch bleibt bis März im Beet und wird nach Bedarf geerntet. Bei Dauerfrost kommst du an die Stangen, wenn du vorher eine Laubschicht zwischen die Reihen legst.

Lauch lässt sich auf verschiedene Weise aufbewahren:

  • Frisch: Ungewaschen hält er sich im Gemüsefach 1-2 Wochen.
  • Einschlagen: Stelle die Stangen im Keller oder in einer Kiste mit feuchtem Sand aufrecht ein. So bleiben sie 6-8 Wochen frisch.
  • Einfrieren: Schneide den Lauch in Ringe und friere ihn roh ein. So hält er 6-9 Monate.

In der Küche ist Lauch vielseitig. Klassiker sind Lauch-Kartoffel-Suppe und Quiche Lorraine mit Porree. Einfach und gut sind auch ganze, halbierte Stangen, die langsam in Butter geschmort werden. Die dunkelgrünen Blattenden geben einer Gemüsebrühe Aroma.

Mischkultur & Fruchtfolge

Lauch passt gut zu Möhren, Erdbeeren, Sellerie, Salat und Tomaten. Der bekannteste Partner ist die Möhre. Der Geruch von Lauch hält die Möhrenfliege fern, und umgekehrt irritieren Möhren Lauchmotte und Lauchminierfliege. Säe beide am besten in abwechselnden Reihen.

Zwischen Erdbeeren sollen die schwefelhaltigen Verbindungen des Lauchs Pilzkrankheiten vorbeugen. Neben Tomaten nutzt er den Platz in Bodennähe gut aus. Mit Sellerie teilt er den Nährstoffbedarf, ohne dass sich die beiden gegenseitig stören.

Diese Nachbarn solltest du meiden:

  • Bohnen und Erbsen: Zwiebelgewächse hemmen die Knöllchenbakterien an den Wurzeln der Hülsenfrüchte.
  • Rote Bete: Beide konkurrieren um Wasser und Nährstoffe.

Halte bei der Fruchtfolge mindestens drei Jahre Anbaupause ein, bevor wieder Lauch oder andere Zwiebelgewächse auf dasselbe Beet kommen. Sonst reichern sich Lauchrost und bodenbürtige Pilze an. Im Jahr nach dem Lauch passen Schwachzehrer wie Feldsalat oder Erbsen. Auch eine Gründüngung aus Phacelia ist eine gute Wahl.

Krankheiten & Schädlinge

Die größten Gefahren für Lauch sind Lauchmotte, Lauchminierfliege, Thripse und Lauchrost. Mit guter Vorbeugung kannst du die meisten Probleme verhindern.

Lauchmotte: Ihre Raupen fressen sich ab Mai von den Blättern ins Herz der Pflanze. Du erkennst den Befall an weißlichen Fensterfraß-Stellen und Kotkrümeln. Befallene Blätter schneidest du ab. Vorbeugend hilft ein Kulturschutznetz.

Lauchminierfliege: Sie fliegt in zwei Wellen, von März bis Mai und von August bis Oktober. Ihre Larven hinterlassen braune Fraßgänge und Puppen im Schaft, sodass die Stangen verkrüppeln und faulen. Am wirksamsten schützt ein Netz mit 0,8 mm Maschenweite während der Flugzeiten.

Thripse: Diese winzigen Insekten verursachen silbrig-weiße Sprenkel auf den Blättern, vor allem bei Hitze und Trockenheit. Regelmäßiges Gießen beugt vor. Bei starkem Befall helfen Präparate auf Rapsöl- oder Kaliseifenbasis.

Lauchrost: Der Pilz bildet orangefarbene Pusteln auf den Blättern und tritt vor allem in feuchten Spätsommern auf. Weite Pflanzabstände und eine ausgewogene Stickstoffdüngung beugen vor. Befallene Blätter gehören in den Hausmüll, nicht auf den Kompost.

Als Hausmittel stärkt Ackerschachtelhalmbrühe das Blattgewebe. Wirklich zuverlässig schützt aber nur das Netz. Chemische Mittel brauchst du im Hausgarten in der Regel nicht.

Beliebte Sorten

Die richtige Lauchsorte hängt vor allem davon ab, ob du im Sommer, Herbst oder Winter ernten willst.

SorteTypBesonderheitEmpfehlung für
’Kilima’SommerlauchSchnellwüchsig, langer, heller Schaft, mildFrühe Ernte ab Juli
’Hannibal’HerbstlauchSehr lange Schäfte, robust gegen SchossenAnfänger
’Elefant’Herbst-/WinterlauchDicke Stangen, kräftiges Aroma, alte SorteSuppen und Vorrat
’Blaugrüner Winter’WinterlauchBlaugrünes Laub, frosthart bis etwa -18 °CErnte bis März
’Bandit’WinterlauchKompakt, sehr winterhart, wenig anfällig für RostRaue Lagen

Für Anfänger eignet sich ‘Hannibal’ besonders gut. Die Sorte verzeiht Pflegefehler und liefert von September bis in den November zuverlässig Ernte. Wenn du Platz hast, kombiniere einen Herbstlauch mit ‘Blaugrüner Winter’. So kannst du fast ohne Lücke ernten.

Samenfeste Sorten wie ‘Elefant’ oder ‘Blaugrüner Winter’ gibt es auch in Bio-Qualität, etwa von Bioland- oder Demeter-Saatgutbetrieben. Aus ihnen kannst du eigenes Saatgut gewinnen.

Häufige Probleme & Tipps

Die meisten Probleme beim Lauch anbauen entstehen durch Trockenheit, zu späte Pflanzung oder fehlenden Schutz vor Schädlingen.

Typische Fehler und ihre Lösungen:

  • Lauch schießt im ersten Jahr: Die Ursache sind Kältereize unter 10 °C bei jungen Pflanzen im Frühjahr. Säe Sommerlauch deshalb warm aus und härte ihn vor dem Auspflanzen nicht zu lange ab.
  • Dünne Stangen: Winterlauch wurde zu spät gepflanzt, oder der Standort war zu schattig. Pflanze spätestens Ende Juli.
  • Gelbe Blätter: Sie deuten meist auf Stickstoffmangel oder Trockenstress hin. Dünge nach und gieße gründlicher.
  • Faule Stangen im Winter: Hier ist Staunässe die Ursache. Pflanze auf gut drainiertem Boden oder im Hochbeet.

Drei Tipps machen beim Lauch den größten Unterschied:

  1. Lege das Kulturschutznetz direkt nach der Pflanzung auf.
  2. Häufle konsequent alle drei bis vier Wochen an.
  3. Setze den Lauch tief ins Pflanzloch, dann brauchst du später weniger anzuhäufeln.

Saisonal gilt: Im September, also jetzt, beendest du die Düngung von Winterlauch und kontrollierst die Pflanzen auf die zweite Generation der Minierfliege. Im Frühjahr erntest du die letzten Winterstangen, bevor sie ab April schossen und holzig werden.

Lauch: Infografik
KI-generiert

Häufig gestellte Fragen

Quellen

MT

Michael Törner

Gartenexperte und Hobbygärtner

Ich bin Michael — Gründer von Mein Gartenwissen. Hier teile ich fundiertes Wissen rund um Gemüseanbau, Pflanzenpflege, Gartengestaltung und alles, was im Garten wächst und gedeiht — immer praxisnah und verständlich aufbereitet.

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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell überprüft. Enthaltene Bilder wurden mittels KI generiert. Mehr erfahren