🥕 Gemüse

Sellerie

Apium graveolens

(aktualisiert: ) 7 Min. Lesezeit
Knollensellerie im Gemüsebeet mit dunkelgrünem Laub und sichtbarer Knolle
KI-generiert

Das Wichtigste in Kürze

  • Standort: Sonnig bis halbschattig, humoser Boden mit pH 6-7 und reichlich Kompost.
  • Pflanzung: Nach den Eisheiligen ab Mitte Mai, Knollensellerie 40-50 cm Abstand, flach setzen.
  • Gießen: Gleichmäßig feucht halten, etwa 15-20 l pro m² und Woche.
  • Ernte: Knollen von 8-12 cm ab Mitte September, vor Frost unter -5 °C.
  • Häufigster Fehler: Zu tief gepflanzt, dann bleibt die Knolle klein und unförmig.

Steckbrief

☀️
Licht
Sonnig
💧
Wasser
Hoch
🌱
Nährstoffe
Hoch
🧑‍🌾
Pflege
Mittel
Botanischer Name Apium graveolens
Familie Doldenblütler (Apiaceae)
Herkunft Küsten und Feuchtgebiete Europas, Nordafrikas und Westasiens
Wuchshöhe 40-80 cm
Wuchsform Buschig
Lebensdauer Zweijährig
Winterhärte nicht winterhart
Giftigkeit Ungiftig
Blütezeit Juli, August (weißgrün)
Erntezeit August, September, Oktober, November
Vorkultur Februar-März
Keimtemperatur 18-22 °C
Pflanzabstand 40-50 cm · Wie viele passen ins Beet?
Saattiefe 0-0.5 cm
Vermehrung Samen
Fruchtfolge 4 Jahre Anbaupause

Pflegekalender

Pflegekalender Sellerie: Welche Arbeiten in welchem Monat anstehen
ArbeitJFMAMJJASOND
Vorkultur: Februar bis März
Pflanzung: Mai
Blüte: Juli bis August
Düngen: Juni bis August
Ernte: August bis November

Beschreibung & Herkunft

Sellerie (Apium graveolens) ist ein Doldenblütler und eng mit Karotte, Petersilie und Fenchel verwandt. Die Wildform wächst an feuchten, leicht salzhaltigen Standorten entlang der Küsten Europas, Nordafrikas und Westasiens. Kultiviert wird Sellerie seit der Antike, als Gemüse in seiner heutigen Form seit dem 17. Jahrhundert.

Es gibt drei Kulturformen:

  • Knollensellerie (var. rapaceum): bildet eine runde, faustgroße bis mehr als 12 cm dicke Knolle
  • Stangensellerie (var. dulce): liefert fleischige, knackige Blattstiele
  • Schnittsellerie (var. secalinum): wächst buschig und liefert aromatische Blätter zum Würzen

Alle Formen haben glänzend dunkelgrüne, gefiederte Blätter und einen intensiven Duft. Botanisch ist Sellerie zweijährig und blüht erst im zweiten Jahr mit weißgrünen Dolden. Im Garten wird er als einjährige Kultur angebaut.

Standort & Boden

Sellerie braucht einen sonnigen bis halbschattigen Platz und einen tiefgründigen, humosen Boden, der Wasser speichert. Ideal ist ein Boden mit pH 6-7, der sich nicht verdichtet. Sandige Böden trocknen zu schnell, schwere Lehmböden stauen Nässe. Arbeite bei beiden reifen Kompost ein.

Als Starkzehrer verlangt Sellerie viele Nährstoffe. Bring vor der Pflanzung 3-4 l Kompost pro m² aus und ergänze 50-80 g Hornspäne. Ein Bodenbereich, in dem im Vorjahr Kohl oder Kartoffeln standen, eignet sich gut.

Wähle einen windgeschützten Platz, damit die Blätter nicht austrocknen. Direkt neben anderen Doldenblütlern solltest du ihn nicht setzen, weil sich Krankheiten und Schädlinge sonst gemeinsam aufbauen.

Im Hochbeet wächst Sellerie meist besonders gut, weil das Substrat locker und nährstoffreich ist. Staunässe ist der häufigste Standortfehler: Sie lässt Wurzeln faulen und Knollen platzen.

Aussaat & Pflanzung

Sellerie wird ab Mitte Februar bis März auf der Fensterbank vorgezogen, denn die Kulturzeit ist lang. Er ist ein Lichtkeimer: Die feinen Samen werden nur aufgestreut und leicht angedrückt, nicht mit Erde bedeckt. Bei 18-22 °C keimen sie nach 2-3 Wochen, teils auch später.

  1. Aussaat: Samen auf feuchte Anzuchterde streuen, Schale mit Folie abdecken, hell stellen.
  2. Pikieren: Nach 4-5 Wochen, sobald 2-3 echte Blätter da sind, einzeln in kleine Töpfe setzen.
  3. Kultur: Danach bei 16-18 °C weiterziehen, nicht kälter, sonst droht später Schossen.
  4. Abhärten: Ab Anfang Mai tagsüber nach draußen stellen.
  5. Auspflanzen: Nach den Eisheiligen ab Mitte Mai ins Beet setzen.
SellerieformPflanzabstandReihenabstand
Knollensellerie40-50 cm50 cm
Stangensellerie30-40 cm40 cm
Schnittsellerie20-30 cm30 cm

Pflanze flach: Das Herz der Jungpflanze bleibt frei, nur der Wurzelballen wird mit Erde bedeckt. Gieße danach gründlich an.

Pflege

Sellerie braucht gleichmäßige Feuchtigkeit, etwa 15-20 l pro m² und Woche, bei Hitze mehr. Gieße lieber seltener und durchdringend als täglich wenig. Trocknet der Boden zwischendurch aus, werden Knollen holzig, hohl oder platzen auf. Eine 3-5 cm dicke Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh hält die Feuchtigkeit im Boden.

Als Starkzehrer wird Sellerie von Juni bis August alle 3-4 Wochen nachgedüngt, zum Beispiel mit Brennnesseljauche im Verhältnis 1:10 oder organischem Flüssigdünger. Ab August gibst du keinen Stickstoff mehr, sonst wachsen Blätter statt Knollen und die Lagerfähigkeit sinkt.

Hacke den Boden regelmäßig flach auf, damit die Wurzeln Luft bekommen und Unkraut nicht konkurriert. Wenn sich die Knolle über den Boden schiebt, ist das normal. Bedecke sie nicht mit Erde, sonst treibt sie Seitenwurzeln.

Stangensellerie bleichst du 2-3 Wochen vor der Ernte, indem du die Pflanzen anhäufelst oder mit Papier umwickelst. Die Stangen werden dadurch zarter und milder.

UnterschiedTopfBeet oder Hochbeet
Gießentäglich prüfen, oft nötig1-2 Mal pro Woche durchdringend
Düngenalle 2-3 Wochenalle 3-4 Wochen
GeeignetStangen- und Schnittselleriealle Formen

Bor-Mangel zeigt sich durch rissige Stiele und braune Herzen. Bei entsprechendem Verdacht hilft ein boraxhaltiger Spezialdünger.

Ernte & Verwendung

Knollensellerie erntest du ab Mitte September bis Ende Oktober, wenn die Knollen 8-12 cm Durchmesser erreicht haben. Bei Frösten unter -5 °C erntest du die Knollen besser sofort. Stangensellerie kannst du ab Juli bis Oktober stückweise ernten, indem du die äußeren Stiele abbrichst. Schnittsellerie liefert schon nach 6-8 Wochen Blätter.

Knollen lagern im Keller bei 0-4 °C und hoher Luftfeuchtigkeit gut 3-5 Monate, am besten in feuchtem Sand. Schneide das Laub vorher bis auf 2-3 cm ab. Stangensellerie hält im Kühlschrank etwa eine Woche. Blätter lassen sich trocknen oder klein geschnitten einfrieren.

In der Küche passt Sellerie vielseitig:

  • Suppen und Eintöpfe: als Basis für Brühe, Suppengrün und Gemüsesuppen
  • Rohkost: geraspelt als Salat mit Apfel und Nüssen
  • Ofengemüse: Scheiben als Sellerieschnitzel oder Püree
  • Stangensellerie: roh zu Dips oder in Smoothies

Sellerie gehört zu den häufigen Lebensmittelallergenen. Personen mit Sellerieallergie sollten auch getrocknete Blätter und Samen meiden.

Mischkultur & Fruchtfolge

Sellerie harmoniert mit Kohlgewächsen, weil sein intensiver Duft Kohlweißlinge verwirren soll. Gute Nachbarn sind Lauch, Kohlrabi, Brokkoli, Tomate, Spinat und Bohne. Sie nutzen den Boden unterschiedlich tief und teilen kaum Schädlinge.

Ungünstig sind Kartoffel und Kürbis, weil beide ebenfalls viele Nährstoffe und Wasser beanspruchen. Karotte und Petersilie sind als Doldenblütler eng verwandt und teilen Schädlinge wie die Selleriefliege. Pflanze sie nicht direkt daneben.

Für die Fruchtfolge gilt eine Anbaupause von 4 Jahren für Doldenblütler auf derselben Fläche. Nach Sellerie eignen sich Leguminosen wie Bohnen oder Erbsen, die den Boden mit Stickstoff anreichern. Auch Salat oder Spinat wachsen danach gut, wenn der Boden mit Kompost aufgefrischt wird.

Krankheiten & Schädlinge

Die Selleriefliege ist der häufigste Schädling. Ihre Maden fressen Gänge in die Blätter, die sich braun und blasig verfärben. Ein Kulturschutznetz mit 0,8 mm Maschenweite, direkt nach der Pflanzung aufgelegt, verhindert die Eiablage. Befallene Blätter entfernst du sofort.

Die Septoria-Blattfleckenkrankheit zeigt sich durch kleine braune Flecken mit schwarzen Pünktchen. Sie wird oft über das Saatgut eingeschleppt und fördert sich bei nasser Witterung. Kaufe gesundes Saatgut, gieße nur morgens an den Wurzeln und halte Pflanzabstände ein. Zugelassene Fungizide nutzt du nur bei starkem Befall.

Schnecken fressen junge Setzlinge. Sammle sie abends ab oder nutze Schneckenkorn auf Eisenphosphat-Basis.

Die sogenannte Herzfäule ist keine Krankheit, sondern meist Bor- oder Calciummangel. Sie wird durch Trockenheit und ungleichmäßige Wasserversorgung verstärkt. Gleichmäßig gießen beugt vor.

💡
Praxis-Tipp

Decke Jungpflanzen gleich nach dem Auspflanzen mit einem Kulturschutznetz ab. So schützt du sie vor Selleriefliege und Schnecken, ohne zu spritzen.

Beliebte Sorten

Bei Sellerie lohnt sich die Wahl robuster Sorten, weil Septoria und Schossen je nach Sorte unterschiedlich häufig auftreten.

SorteTypBesonderheit
PrinzKnollensellerierobust, glatte Knollen, gut lagerfähig
MonarchKnollenselleriegroße, weiße Knollen, ertragreich
DiamantKnollenselleriefeines Aroma, wenig Seitenwurzeln
UtahStangenselleriegrüne, kräftige Stiele, knackig
PascalStangenselleriesaftige, fleischige Stiele mit mildem Aroma

Für Anfänger empfiehlt sich ‘Prinz’: Die Sorte gilt als robust und verzeiht kleine Pflegefehler. Wer nur Blätter zum Würzen braucht, greift zu Schnittsellerie, der keine Knolle bildet und schon nach wenigen Wochen nutzbar ist.

Häufige Probleme & Tipps

Der häufigste Fehler ist zu tiefes Pflanzen: Das Herz muss frei bleiben, sonst wachsen Knollen klein und verformt. Ebenso oft leidet Sellerie unter unregelmäßigem Gießen. Wechsel aus Trockenheit und Nässe führt zu Rissen, hohlen Knollen und bitteren Stielen.

Schossen entsteht, wenn Jungpflanzen mehrere Tage unter 10 °C stehen. Pflanze deshalb erst nach den Eisheiligen aus und halte Vlies bereit, falls eine Kältewelle droht.

Vier Tipps machen den Unterschied:

  1. Bodenfeuchte mit dem Finger prüfen: 3 cm tief sollte die Erde feucht sein.
  2. Im Juni mulchen, um Wasser im Boden zu halten.
  3. Ab August kein Stickstoffdünger mehr, damit die Knollen ausreifen.
  4. Vor dem ersten starken Frost ernten und Knollen nicht zu lange im Beet lassen.

Im Herbst lässt du abgeerntete Flächen nicht brach liegen. Gründüngung mit Phacelia oder Senf lockert den Boden und bereitet ihn für die nächste Kultur vor.

Sellerie: Infografik
KI-generiert

Häufig gestellte Fragen

MT

Michael Törner

Gartenexperte und Hobbygärtner

Ich bin Michael — Gründer von Mein Gartenwissen. Hier teile ich fundiertes Wissen rund um Gemüseanbau, Pflanzenpflege, Gartengestaltung und alles, was im Garten wächst und gedeiht — immer praxisnah und verständlich aufbereitet.

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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell überprüft. Enthaltene Bilder wurden mittels KI generiert. Mehr erfahren